Viehdiebstähle: Landesbauernverband Brandenburg bittet Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit
Vor dem Hintergrund von Tierdiebstählen bittet der Landesbauernverband Brandenburg die Anwohnerinnen und Anwohner in der Nähe von Rinderweiden und ausgelagerten Stallungen um erhöhte Aufmerksamkeit und Mithilfe. Ungewöhnliche Bewegungen von unbekannten Transportfahrzeugen und Personen, insbesondere zu außergewöhnlichen Zeiten des Nachts, frühmorgens oder am Wochenende können ein Indiz dafür sein, hier stimmt etwas nicht. Viehherden, die durch unruhiges Verhalten wie plötzliches Aufstehen, Sammeln an einer Stelle oder Fluchtversuche auffallen, können ebenfalls ein Signal sein.
Die Betriebe, denen Herden und Flächen zugeordnet werden können, bitten darum, sie in diesem Fall zu kontaktieren oder auch sofort die Polizei zu alarmieren. Hilfreich sind dann Auskünfte zum gesichteten Fahrzeugtyp, zum Kennzeichen, zum Zeitpunkt der Beobachtung und eventuelle Personenbeschreibungen.
Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes, setzt verstärkt auf diese Form der gegenseitigen Unterstützung auf dem Land: „Unsere Betriebe und unsere Nutzflächen sind den meisten Bewohnerinnen und Bewohnern in den benachbarten Dörfern bekannt. Wir bitten daher ausdrücklich darum, sich bei den Betrieben zu melden, wenn sie fremde Fahrzeuge oder Personen an Weiden, Ställen oder Zufahrten bemerken. Wir wissen, dass die Polizeidirektionen vor Ort für mögliche Vorkommnisse sensibilisiert sind und den Hinweisen der Bürgerinnen und Bürger mit erhöhter Aufmerksamkeit nachgehen werden. Wir sind der Polizei und den zuständigen Ministerien für ihre Unterstützung bei dem Thema dankbar.“
Die verantwortlichen Betriebe wiederum werden dringend angehalten, die Frequenz der Kontrollgänge auf den Weiden vor allem zu unregelmäßigen Zeiten zu erhöhen, die Anwohnerinnen und Anwohner auch über Social-Media-Kanäle um Unterstützung zu bitten und technische Möglichkeiten der zusätzlichen Überwachung zu erwägen.
Anlass ist der nun bereits dritte folgenschwere Viehdiebstahl in einem Zeitraum von nur zwei Wochen, zuletzt im Landkreis Spree-Neiße, nachdem bereits in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz schwere Viehdiebställe vorgefallen sind. Bei allen drei betroffenen Betrieben in den Verbandsgebieten Elbe-Elster und Südbrandenburg handelt es sich um Herdbuchzuchten mit wertvollen Zuchttieren, zu denen auch eine ausgeprägte emotionale Bindung besteht.
„Gestohlen werden nicht nur Rinder, sondern auch wertvolle Genreserven!“, Lars Schmidt.
„Die Diebe gehen absolut kaltblütig und erschreckend professionell zugleich vor“, äußert sich Lars Schmidt, LBV-Vorstandsmitglied und selbst Züchter von Angusrindern. „Mit jedem gestohlenen Tier erfahren die Halter nicht nur einen erheblichen Wertverlust, es verschwinden auch wertvolle Genreserven ganz besonderer Rinderrassen, die die Vielfalt von Nutztieren in Brandenburg ausmachen. Wir Züchter arbeiten über Jahrzehnte daran, unsere Zuchtlinien aufzubauen und unseren Beitrag zum Erhalt dieser Vielfalt an Rinderrassen zu erhalten. Helfen Sie uns, weitere Diebstähle zu verhindern!“
Viehdiebstähle: Landesbauernverband Brandenburg bittet Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit