Neues aus der Projektarbeit
Mit unserer ersten Begleitbroschüre „Humus – Bodenfruchtbarkeit aufbauen und erhalten“ bereiteten wir buchstäblich den Boden für unseren ersten Themenschwerpunkt in der Projektarbeit: die Betrachtung des Bodens als Grundlage für den Klimaschutz.
Die Broschüre war als LBVInfo Spezial der Februarausgabe der LBVinfo beigelegt. Sie können das PDF der Broschüre rechts im Downloadbereich herunterladen.
Darunter befinden sich:
- eine Sammlung weiterer externer Quellen
- die im Humus-Heft angekündigte Linksammlung
„Klimaschutz beginnt im Boden!“ war auch die Themenstellung der zweiten Klimaschmiede der KLIMABAUERN BB im Februar 2022.
Zwei Betriebe stellten hier ihre Systeme für einen klimaangepassten Bodenaufbau vor. Unseren Bericht dazu finden Sie ebenfalls im Downloadbereich.
KLIMABAUERN Berlin-Brandenburg
Der Klimawandel kommt. Für die Landwirtinnen und Landwirte Brandenburgs ist das nichts Neues. Seit vielen Jahren bereiten ihnen langanhaltende Trockenphasen während der Vegetationsperioden Kopfzerbrechen.
Doch unsere Landwirtinnen und Landwirte kennen ihr Land wie ihre Westentasche:
- sie hegen und pflegen es seit Generationen
- sie tauschen sich aus
- sie probieren Neues und suchen nach innovativen Lösungen
Für den Einen mag es die pfluglose Bodenbearbeitung sein, für die Anderen die Etablierung einer neuen widerstandsfähigen Kulturfruchtart.
Was all unseren Betrieben zugrunde liegt:
- der Wunsch nach einem erfolgreichen Unternehmen
- die langfristige Betriebsführung
- die Übergabe an die nächste Generation
Um dies zu gewährleisten, suchen sie stetig nach neuen Lösungen. Doch in der heutigen Zeit ist es gar nicht mehr so leicht, „nur“ Landwirt zu sein:
- schier endlose Bürokratie
- zu kurze Vertragslaufzeiten mit Naturschutzbehörden
- zunehmende politische Restriktionen
- wachsender gesellschaftlicher Druck
Wo bleibt da die Zeit, sich nach neuen Lösungen für eine klimaangepasste Landwirtschaft umzusehen?
Genau hier setzt das neue Projekt „KLIMABAUERN BB“ des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V. an.
Das seit Juli 2021 von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanzierte Projekt übernimmt den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis.
Viele bereits erprobte wissenschaftliche Ansätze mit nachweislichem Mehrwert für die Praxis haben bislang nicht den Weg in die landwirtschaftlichen Betriebe gefunden – das soll sich ändern.
Drei Etappen werden innerhalb der nächsten drei Jahre in den Fokus gestellt:
1. Etappe: Vernetzung
Es erfolgt eine Kontaktherstellung zu verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen im und um das Land Brandenburg, die sich mit klimarelevanten Forschungsthemen wie Humusaufbau oder Wassereinsparungsmaßnahmen befassen. Währenddessen wird parallel eine Praxisschmiede etabliert. Unter dieser vereinigen sich alle Landwirtinnen und Landwirte im Land Brandenburg, die sich untereinander zum Thema Klimaschutz auf ihren Betrieben austauschen und mit der Wissenschaft vernetzen möchten.
2. Etappe: Bedarfsanalyse
Ein Fragenkatalog wird gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben sowie den ausgesuchten wissenschaftlichen Partnern erstellt, in dem die Probleme der einzelnen Betriebsrichtungen festgestellt werden, frei nach dem Motto: „Brauchen wir Lösungen, wenn es kein Problem gibt“? Mithilfe dieses Fragenkataloges wird es möglich sein, den Forschungseinrichtungen aufzuzeigen, in welchen Themengebieten tatsächlicher Forschungsbedarf besteht.
3. Etappe: Wissenstransfer
Die unterschiedlichen praxisrelevanten und wissenschaftlichen Ergebnisse werden in einer jederzeit für die Landwirtinnen und Landwirte aber auch die interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung stehenden Wissensplattform bereit gestellt.
Noch steht das Projekt am Anfang. Doch das bereits sehr große Interesse aus Praxis und Wissenschaft zeigt einen vielversprechenden Projektbeginn hin zu einer Landwirtschaft, die sich aktiv auf den Klimawandel vorbereitet.