Landwirtschaft als Kernstück des Ernährungsministeriums in Brandenburg stärken - Kein unnötiges Karussell von Personal und Struktur
Das erwogene Karussell von Personal und Struktur innerhalb des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) muss darauf abzielen, die bislang bewährten Abteilungsstrukturen mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen und Zuständigkeiten endlich zu stärken. Dazu gehört weiterhin eine eigenständige und den Herausforderungen geschuldete Abteilung Landwirtschaft, welche die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie den Gartenbau und die weiteren, vielfältigen Aspekte der Nutzung unserer Kulturlandschaft bündelt.
Hierzu erklärte LBV-Präsident Wendorff: „Mir ist bekannt, dass innerhalb des Ernährungsministeriums darüber nachgedacht wird, die zentrale Abteilung Landwirtschaft weiter aufzuteilen und Kernaufgaben der Agrarverwaltung wie Düngung und Pflanzenschutz an andere, fachfremde Abteilungen des Hauses zu übertragen. Diese Weichenstellungen verwundern mich, da sie in einem fundamentalen Widerspruch zu selbsterklärten Zielen der Landesregierung stehen, die Landwirtschaft in Brandenburg und damit die regionale Wertschöpfung zu stärken. Ich hoffe, dass es sich dabei lediglich um eine nicht bis zum Ende gedachte Idee handelt.“
Das MLEUV besteht traditionell neben der Grundsatzabteilung aus den Abteilungen Wasser (2), Landwirtschaft (3), Naturschutz (4) und technischer Umweltschutz (5). Mit Beginn der letzten Legislaturperiode kam der Bereich des Verbraucherschutzes (6) mit immerhin 5 Referaten hinzu, zu welchem auch der Landestierarzt und der Tierschutz gehört.
LBV-Präsident Wendorff: „Verbraucherschutz und Landwirtschaft ergänzen sich, sind aber nicht dasselbe. Es entsteht der Eindruck, man wolle in der Verbraucherschutzverwaltung wichtige landwirtschaftliche Kernbereiche wie Düngung oder Pflanzenschutz einfach nur ‚mit’ verwalten, aber gerade hier bedarf es zusätzlicher fachlicher Kompetenz, die ich in dieser Abteilung so nicht erkennen kann.“
Brandenburg steht vor wichtigen Weichenstellungen für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft. So soll nach wiederholten Ankündigungen nunmehr endlich die lange überfällige Nutztierstrategie erarbeitet werden um den Zerfall der Tierhaltung zu stoppen. Angesichts der immer weiter sinkenden Tierbestände in Brandenburg ist es notwendig, diesem Bereich innerhalb des Ministeriums ein besonderes und eigenständiges Gewicht zuzumessen, um Tierhaltung als Kernstück der landwirtschaftlichen Kreislaufwirtschaft nicht von vornherein ganz aufzugeben.
LBV-Präsident Wendorff: „Die lange überfällige Nutztierstrategie muss auch in der Struktur des Ministeriums zusätzliches Gewicht bekommen. Bei allem Respekt kann ich dies bei einem möglichen Zusammenlegen verschiedener Bereiche nicht erkennen.“