18 Prozent der Führungskräfte
in der Brandenburger Landwirtschaft sind Frauen

Pressemeldung

Machen selbstverständlich ihren Job in der Landwirtschaft. Mitarbeiterinnen des AWo Reha-Gut Kemlitz. Foto: HTerno

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Meike Mieke

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Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2022

Der Anteil der Frauen, die Betriebsleiterin bzw. Geschäftsführerin eines Brandenburger Landwirtschaftsunternehmens in Vollzeit sind, betrug im Jahr 2020 laut Angaben des Statistischen Bundesamts 18 Prozent. Das ist bundesweit der höchste Anteil an weiblichen Führungskräften in den Leitungsebenen der Betriebe noch vor den anderen ostdeutschen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern mit 13 Prozent oder Thüringen mit 15 Prozent.

Darüber hinaus weist Brandenburg mit 86 Prozent den dritthöchsten Anteil von Frauen aus, die in einem familienunabhängigen, dauerhaften Beschäftigungsverhältnis stehen, nach Mecklenburg-Vorpommern mit einem Anteil von 87 Prozent und Thüringen mit sogar 93 Prozent.

Der hohe Anteil von Frauen in Angestelltenverhältnissen liegt historisch in den DDR-Landwirtschaftsstrukturen mit der Betriebsform der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) begründet. Entstehungsgeschichtlich höchst umstritten, stellten die LPG letztendlich jedoch entwickelte Betriebskomplexe mit Tierhaltung, Pflanzenproduktion, Maschinenpark, Lehrlingsunterkünften, Verwaltungsgebäuden, Betriebskindergarten und weiteren familiennahen Versorgungseinrichtungen dar, die die Maßgaben der DDR-Gleichstellungspolitik umsetzten. Arbeits- und Karrieremöglichkeiten für Frauen in der Landwirtschaft waren selbstverständlich, staatlich gewünscht und gefördert. Die dafür notwendigen Strukturen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurden geschaffen.

Mit dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz nach der Wiedervereinigung 1990 wurde die Auflösung der LPG und deren Übergang in andere Rechtsformen geregelt. Erhalten geblieben ist das Selbstverständnis der Frauen, unabhängig, gleichgestellt und maximal gut ausgebildet in der Brandenburger Landwirtschaft zu arbeiten.

„Ich bin mit diesem Selbstverständnis groß geworden“, erläutert Maria Mundry, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Ostprignitz-Ruppin. „Es überrascht mich immer wieder, dass es selbst in Deutschland nicht überall selbstverständlich ist, dass Männer und Frauen auf Augenhöhe gemeinsam arbeiten und gestalten. Das muss sich ändern.“

Quelle: Statistisches Bundesamt. Arbeitskräfte und Berufsbildung der Betriebsleiter/Geschäftsführer – Fachserie 3 Reihe 2.1.8 – 2020