16.06.2026 ca. 3 Min. Lesezeit

Profil-App zum Kennartennachweis sorgt für Verdruss

Person beim kennarten suchen

Profil-App zum Kennartennachweis sorgt für Verdruss

Eine App zum Nachweis von Kennarten, die Kennarten nicht erkennt, ein Serverausfall ohne Rückmeldung und Information, schleppende Rückmeldungen, ob die Übertragung und Kennartenerkennung korrekt laufen, Fehlermitteilungen, die nicht nachvollziehbar sind bzw. nicht melden, wo der Fehler liegt – All diese Beschwerden sind in den vergangenen Tagen und Wochen beim Landesbauernverband wiederholt gelandet. Wir haben dies dem Ministerium mitgeteilt, Mails geschrieben, telefoniert und das direkte Gespräch gesucht und gefunden. Dass sich etwas geändert hätte, kann man jedoch nicht sagen. 

Bereits im Oktober 2025 hat der Landesbauernverband auf der Klausurtagung gegenüber dem Ministerium auf mögliche Schwierigkeiten hingewiesen und vorgeschlagen, dass parallel zur App an dem bewährten Protokollverfahren festgehalten werden sollte. Diese Forderung wurde nochmals in einem längeren Gespräch mit Abteilungsleiterin Frau Kirchner und dem Fachreferenten Hr. Bürger Mitte März erneut wiederholt, wurde jedoch mit Verweis auf EU-Vorgaben und mögliche Kontrollen abgelehnt. Ungeachtet dessen hat der LBV mit einem Schreiben an die Abteilungsleitung auf Verbesserung des Systems (Breite des Transektes bzw. Verzicht auf den Transekt) gedrängt.

Als dann konkrete Probleme in der Anwendung erkennbar wurden, sprach Präsident Wendorff diese auf der BraLa-Bauerversammlung am 08.05. an. Es gab dann nochmals Kontakt, sowohl mit dem Staatssekretär Dr. Nickisch auf der Präsidiumssitzung des LBV Ende Mai, als auch bei einem Treffen mit Ministerin Mittelstädt und Vizepräsident Herr Terno, ebenfalls Ende Mai. Im Nachgang wurde der LBV zwar nochmals kontaktiert, geändert hat sich trotzdem nichts. Auch Anfang der 24. KW gab es dazu nochmals eine Videorunde mit dem zuständigen MLEUV-Referat. 

Wir sind also nicht untätig, schließlich geht es für die Betriebe um viel Geld, das dringend benötigt wird und das sie, bei Vorhandensein der Kennarten, möglichst problemlos erhalten sollten.

Nichts gegen einen Nachweis per App. Diese Methode kann funktionieren. Eine Bedienung, bei der viele Voraussetzungen erfüllt werden müssen, eine Anwendung, die nicht intuitiv ist und Rückmeldungen, die lückenhaft und um Tage zeitversetzt oder fehlerhaft sind, dienen nicht dazu, zur Akzeptanz des Verfahrens beizutragen. Der Nachweis der Kennarten muss einfacher, unkomplizierter und intuitiver funktionieren, als es derzeit der Fall ist. Es kann nicht sein, dass die Landwirte sich mit anscheinend zu komplizierten technischen Nachweismethoden auseinandersetzen müssen, viel Zeit auf dem Grünland verbringen, um mit der App klarzukommen und zum Schluss in die Röhre schauen.

Zudem soll das Grünland ja auch noch genutzt werden! Einfach den Grünland-Kennartenbegutachter noch einmal zu bestellen, oder die georderte Technik um eine Woche zu verschieben, weil die Kennartenerkennung nicht funktioniert, kann nicht die Lösung sein. Die Chance, hier nachzusteuern, ist inzwischen fast schon vertan - Vertrauen jedenfalls ist verspielt worden. Noch ist es aber nicht zu spät, um zu reagieren. Und für 2027 setzen wir darauf, dass die Kennartenerfassung nicht wiederholt werden muss und die App dann so funktioniert, dass auch technisch nicht so versierte Nutzer intuitiv klarkommen.