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(Teltow, 12. Juni 2025) Auf dem gestrigen „Infotag an den Parzellen“ zeigte sich einmal mehr das Missverhältnis zwischen dem hohen Engagement von Landwirten, Forschungsgruppen und kleiner Unternehmen für mehr regionale Kulturen-Vielfalt auf dem Acker und – auf der anderen Seite – den fehlenden politischen Rahmenbedingungen für deren erfolgreiche Etablierung am Markt.

Kulturen wie Kichererbse, Linse, Erdnuss oder wertvolle glutenfreie Pseudogetreide wie Buchweizen, Quinoa, Amarant sind klimaresilient, können am Brandenburger Standort gedeihen, werden für die proteinreiche, Allergiker geeignete, pflanzliche Ernährung hoch nachgefragt und haben daher ein enormes Vermarktungspotenzial. Doch die fehlenden Verarbeitungsstrukturen und die Hürden auf dem Weg in den Handel bremsen die lohnenswerten Unternehmungen der Akteure massiv aus.

Nach dem nunmehr 5. Infotag an den Parzellen stellen wir fest: Klimaanpassung und Biodiversität auf dem Acker sind kaum marktfähig. Das bestätigen unsere Praktiker, die für die aufwendige Anbauerweiterung die notwendigen Rahmenbedingungen missen, das bestätigt auch das fehlende Interesse der Öffentlichkeit an dem gestrigen Vorführtag. Es ist ein Armutszeugnis der politisch Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene, dass diese es nicht geschafft haben, Regionalität im Lebensmitteleinzelhandel mit gezielten Maßnahmen in der Breite umzusetzen und Anreize für die Etablierung neuer, hochwertiger Marktfrüchte aus Brandenburg zu schaffen. Der Landesbauernverband hatte zuletzt im März 2024 in seinem Weißbuch eines „Zukunftsplans Landwirtschaft“ konkrete Vorschläge unterbreitet, die zu mehr Verbindlichkeit, Transparenz und Fairness in der Lieferkette zugunsten der Erzeuger beitragen und die bewusste Verbraucherentscheidung für das regionale Produkt fördern. Dies scheint jedoch auch in dieser Legislatur auf Landesebene kein vordringliches Thema zu sein.

„Regional erzeugte Lebensmittel aus Brandenburg sind in den von der Masse der Bevölkerung erreichbaren Supermärkten quasi nicht existent“, erklärte vor Ort Landwirt Holger Jonas, Beauftragter für Ökolandbau des LBV. „Und das seit mindestens zehn Jahren, in denen wir die Begriffe „Regionalität“ oder „regionale Wertschöpfungskette“ strapazieren. Es funktioniert einfach nicht. Zu viele Anbauer dieser so genannten Nischenkulturen stürzen sich auf ein kleines verarbeitendes Startup oder die Landwirte bauen selbst eine aufwendige Direktvermarktung als betriebliches Standbein auf. Die Aufnahmekapazität der angebauten Rohstoffe hat in beiden Fällen seine Grenzen. Es müssen Vermarktungsstrukturen initiiert werden, die etwas wegschaffen können. An die mehrere Bauern gleichzeitig liefern können.“

Beispiel Rispenhirse: Die Kulturpflanze benötigt weniger Wasser als herkömmliche Getreide und eignet sich daher sehr gut für das niederschlagsarme Brandenburg mit seinen sandigen Böden. Sie ist besonders reich an essenziellen Aminosäuren und glutenfrei, was sie zu einem besonders wertvollen Nahrungsmittel sowohl für die menschliche Ernährung als auch für die Tierfütterung macht. Allein das Schälen der Hirse wird bundesweit in nur wenigen Mühlen gewährleistet, erläutert Maxie Grüter von der Koordinierungsstelle am Institut für Umwelt (ILU e.V.) Insgesamt müsse vielmehr darauf hingearbeitet werden, die Schälung von Hirse, Buchweizen, Quinoa oder Amarant für die noch verbliebenen Mühlen in Deutschland attraktiv zu machen und im nächsten Schritt die erforderlichen Lieferchargen für den Einzelhandel zu erreichen.

Dass Wertschöpfungsketten mit Nischenkulturen durchaus aufgebaut werden können, beweist die positive Entwicklung im Kichererbsen-Anbau. Von schätzungsweise acht Hektar Start-Anbaufläche der agt Trebbin im Jahr 2020 stieg die Anbaufläche von Kichererbsen in ganz Brandenburg auf etwa 90 Hektar in insgesamt 15 Betrieben, erläutert Isabella Krause vom Projekt KIWERTa, das sich auf dem Parzellentag vorstellte und sich dem Aufbau einer funktionierenden Wertschöpfung mit Kichererbsen aus Brandenburg widmet.

Dr. Thomas Gäbert, Vorstand der agt Trebbin, der 2020 mit Kichererbsen startete, dämpft dennoch die hohe Erwartungshaltung an das Potenzial der Kichererbse als Marktfrucht. „In den zahlreichen Ernährungsgremien Berlins und Brandenburgs, die u.a. auch über die Umsetzung einer gesunden Gemeinschaftsverpflegung in den Kitas und Schulen befinden, wird „bio“-Lebensmitteln unkritisch der Vorrang eingeräumt, ohne darauf zu achten, ob sie aus Brandenburg kommen. Konventionelle Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe, die hochwertige Lebensmittel für die veränderten Ernährungsgewohnheiten vor der Haustür erzeugen, werden nicht berücksichtigt. So lange dieser Hebel nicht umgelegt wird und regional erzeugte Rohstoffe als grundlegendes Kriterium für die Auswahl der Cateringunternehmen festgelegt werden, sind wir noch ein ganzes Stück von der Etablierung neuer Kulturen entfernt.“

Der Landesbauernverband Brandenburg erneuert daher seine Vorschläge aus dem Weißbuch zur Stärkung der regionalen Erzeugung. Er fordert ein entschiedenes politisches Engagement für die Berücksichtigung der konventionellen Anbauer von Proteinpflanzen und Pseudogetreiden aus Brandenburg in den Vergabekriterien für Dienstleistungen der Gemeinschaftsverpflegung sowie für die Verbesserung der Attraktivität des Standorts Brandenburg – Metropolregion mit Berlin als Zentrum internationaler Esskultur – für Lebensmittel verarbeitende Unternehmen.

 

(Berlin, 27. Mai 2025) „Wir wollen die Menschen von unseren Ideen für die Zukunft begeistern und auch mitnehmen“, wendete sich LBV-Präsident Henrik Wendorff heute zum Auftakt der Aktion „Frag‘ den #ZukunftsBauer – Bürgerdialog auf dem Strohsofa“ an das Publikum. „Wir wollen erklären, wie wir die gesellschaftlichen Ansprüche, klimatische Herausforderungen und Wirtschaftlichkeit in der Landwirtschaft unter einen Hut kriegen und unsere Branche zukunftsfest machen.“

Zum heutigen #ZukunftsBauer-Tag luden der Deutsche Bauernverband (DBV) gemeinsam mit dem Landesbauernverband Brandenburg (LBV) zum Bürgerdialog auf einem 5x2 Meter großen Strohsofa im Herzen der Hauptstadt auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger ein.

„Als uns der Bauernverband gefragt hat, ob wir hier vor dem Brandenburger Tor ein großes Strohsofa für einen Bürgerdialog errichten, haben wir nicht lange gezögert“, erklärte Landwirt Jan-Derk Koning zum Einstieg ins Gespräch. „Stroh ist ein uraltes, grundlegendes Material der Landwirtschaft, das wir für unsere Tiere benötigen. Es ist uns wichtig, das zu zeigen und zu erklären – ganz analog!“ Zuvor hatte der familiengeführte Landwirtschaftsbetrieb Koning aus dem Havelland acht Strohballen mit einem Ballenwagen-Gespann nach Berlin gefahren und diese auf dem Pariser Platz mit Schlepper und Gabel zu einem Sofa rangiert, das sofort lebhaft von den Vorbeigehenden als Fotomotiv genutzt wurde.

Bürgerinnen und Bürger wurden ermuntert, auf dem Sofa Platz zu nehmen und den anwesenden Spitzenvertreterinnen und -vertretern beider Verbände als auch den angereisten Landwirten ihre persönlichen Fragen zur Landwirtschaft zu stellen. Die Besucherinnen und Besucher interessierte u.a., inwiefern die Landwirtschaft als Berufsfeld für junge Menschen noch attraktiv sein kann, ob künstliche Intelligenz in der Branche ein Thema sei, was es mit dem Einsatz von Glyphosat auf sich habe oder wie sich die Landwirtschaftsbetriebe den klimatischen Herausforderungen stellen. Letztere hätten angesichts der anhaltend geringen Niederschläge in Brandenburg besondere Brisanz. Transparent und zugewandt gaben die Vertreterinnen und Vertreter aus der Landwirtschaft Auskunft.

Der LBV nutzte den spektakulären Rahmen des Aktionstages auf dem prominentesten Pflaster Berlins auch, um die derzeit zukunftsweisendste Technik für den klimaangepassten Pflanzenbau vorzuführen: Die Strip-Till-Technik im Demonstrationsbetrieb „Integrierter Pflanzenbau“ von Landwirt Stefan Bernickel aus der Uckermark. In Kombination mit weiterer Striegel- und Walztechnik sowie mit einem gezielten, minimalen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werden unerwünschtes Beikraut eingedämmt, mehrere Überfahrten auf dem Acker eingespart und – vor allem – die Verdunstung von Wasser durch die gewährleistete kontinuierliche Bodendeckung erheblich minimiert. „Ich spare mindestens 20 Liter pro Quadratmeter“, erläuterte Landwirt Bernickel, „das sind bei 250 Hektar, die ich beackere, 50 Millionen Liter Wasser im Jahr, die nicht unnötig verdunsten.“

Natürlich stünden dieser beeindruckenden Zahl auch Nachteile des Systems gegenüber, ergänzte Bernickel. Die Anschaffungskosten und eine komplexere Logistik für die zeitgleiche Ausbringung von Dünger und Saatgut erfordern betriebliche Umstellungen, die nicht einfach zu stemmen sind. Umso wichtiger seien Tage wie der heutige, um Verständnis für die oft langwierigen Entwicklungsprozesse in der Landwirtschaft zu erwirken und gleichzeitig eigene Lösungen und Vorschläge für die anstehenden Herausforderungen zu präsentieren.

Alle zwei Jahre veranstaltet der Deutsche Bauernverband gemeinsam mit dem Landesbauernverband Brandenburg und den Landes- und Kreisverbänden einen Aktionstag, bei dem sich die Landwirtschaft im städtischen Umfeld öffentlichkeitswirksam präsentiert. Die Landwirtschaft, die vor den Toren der Stadt stattfindet, soll den Bürgerinnen und Bürgern in den Städten nähergebracht werden. Gleichzeitig sollen Vorurteile abgebaut und Wissen über die Erzeugung von Lebensmitteln vermittelt werden.

(Teltow, 22.5.2025) Heute wird der Tag der Natura2000-Gebiete begangen. Dem LBV fällt es schwer, den Lobeshymnen zuzustimmen.

In den dazugehörigen Vogelschutzgebieten ist die Vergrämung von Großvögeln nicht möglich, gleichwohl verursachen sie erhebliche Fraßschäden an landwirtschaftlichen Kulturen. In den ebenfalls dazugehörigen Flora-Fauna-Habitaten führt eine restriktive Auslegung der Verwaltung zu Verträglichkeitsprüfungen, die eng verstanden selbst das Pilzesammeln im Wald betreffen würde.

„Obwohl uns in den 90er Jahren versprochen wurde, das die Landnutzung weiterhin uneingeschränkt möglich sein wird, weil wir diese Naturräume erst geschaffen haben, stehen wir nun vor extremen Behinderungen der Landnutzung. Wir müssen unter dem freien Himmel zügig reagieren können und können nicht erst auf Genehmigungen warten. Und wenn wir Schäden haben wie z.B. durch Großvögel, dann muss das durch den Staat auch ausgeglichen werden. Wer bestellt, bezahlt,“ so LBV-Präsident Henrik Wendorff.

Aus Sicht des LBV erfüllt das System der Natura2000-Gebiete nicht mehr die Ziele, für die es gedacht war. Vielmehr wird durch eine unendlich weite Auslegung einzelner Begriffe jede vernünftige Landnutzung unmöglich gemacht. Der LBV fordert, dass die gute fachliche Praxis der Landwirtschaft immer ohne zusätzliches Verfahren möglich sein muss.

„Das ist nicht nur wahnsinnige Bürokratie, wenn ich jede Maßnahme vorher von der Verwaltung prüfen lassen muss. In der Sache sind es unzulässige Einschränkungen, die wir ablehnen. Naturschutz mit uns und nicht gegen uns,“ so Wendorff.

Des Weiteren äußerte sich Herr Wendorff in einer Pressemitteilung von Forum Natur, zusammen mit anderen Landnutzerverbänden wie folgt:

„Schutz und Nutzung sind kein Widerspruch und deren Kombination vielmehr der Schlüssel zum Erfolg beim Artenschutz. In die land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung integrierte Schutzmaßnahmen scheitern bislang regelmäßig an bürokratischen Hürden sowie unzureichender finanzieller Unterstützung. Stattdessen mehren sich Fälle, bei denen Bewirtschafter unter fadenscheinigen Gründen aus Schutzgebieten herausgedrängt werden sollen. Man vergisst dabei unter anderem, dass bei der Ausweisung dieser Schutzgebiete auf privaten Flächen zugesagt wurde, dass dies keinen negativen Einfluss auf die Bewirtschaftung haben werde. Der damit verbundene Vertrauensverlust ist enorm. Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht zum Wettbewerbsnachteil derer werden, die innerhalb von Schutzgebietskulissen wirtschaften.“

(Paaren, 9.5.2025) Auf der ersten Gemeinsamen Versammlung der Landwirtschaft zum Auftakt der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) 2025 platzierten die Mitglieder von 30 landwirtschaftsnahen Verbänden ihre Vorschläge für eine progressive und entschlackte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 in Europa.

„Während uns die Frühjahrsarbeiten auf dem Acker auf Trab halten, wird an den Schreibtischen der EU-Kommission die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2028 neu ausgerichtet“, erläutert LBV-Präsident Henrik Wendorff.
„Das betrifft auch die Brandenburger Landwirtschaft. Im Gespräch sind andere Gewichtungen der Direktzahlungen, ohne dass die aktuelle Periode überhaupt richtig angelaufen ist. Wir müssen daher heute schon die wichtigsten Herausforderungen benennen, da es sonst andere machen. Diese anderen haben aber gerade nicht die ostdeutschen Strukturen im Blick. Auch werden weitere sogenannte Ökoregelungen angedacht, die die GAP nur noch komplexer und bürokratischer ohne Mehrwert für die Umwelt machen würden. Daher ist es wichtig, dass wir ab heute als ‚Macher‘ im ländlichen Raum zusammenkommen und zusammenarbeiten, um eine GAP 2028 zu bekommen, die uns unterstützt und nicht ausbremst.“

In der anschließenden Diskussion richteten die Teilnehmenden eine Vielzahl an Fragestellungen an die zur Versammlung geladene Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz, Hanka Mittelstädt. Neben der Forderung, dass das Agrarbudget stabil bleiben müsse, wurde der Fokus auf eine Neuausrichtung der zweiten Säule als auch auf die Hilfe zur Selbsthilfe gelegt. Zudem müssten bodenschonende Produktionsweisen zur Stärkung der Bodengesundheit und als Beitrag zum Landschaftswasserhaushalt ihren Weg in die künftige GAP finden.

„Aus der Versammlung heute nehme ich mit, dass eine überbordende Bürokratie im Zusammenhang mit der EU-Landwirtschaftsförderung unsere Landwirtschaftsbetriebe zunehmend in Bedrängnis bringt – bis hin zur Existenzbedrohung“, so die Ministerin. „Ich fühle mich in meiner Auffassung bestätigt und nehme aus dem heutigen Treffen die Verpflichtung mit, alle mir zur Verfügung stehenden politischen Mittel und Gesprächskanäle zu nutzen, einen deutlichen Bürokratieabbau in Brüssel zu fordern. Die anstehenden GAP-Verhandlungen bieten uns dazu die Möglichkeit. Ich freue mich, dass ich mit meiner Position nicht allein dastehe, sondern mich einig mit den anderen ostdeutschen Agrarministern weiß, die ebenfalls einen deutlichen Bürokratieabbau fordern."

Henrik Wendorff:
„Wir haben heute auch in der fachlichen Auseinandersetzung mit der Bürokratie gelernt, dass der Politik so wenig wie möglich Spielraum für weiteren Verwaltungsaufwand gegeben werden sollte. Sie kostet viel zu viel Geld. Dafür müssen wir im Berufsstand sowohl auf europäischer Ebene als auch auf Bundes- und Landesebene in den nächsten drei Jahren mit einer Stimme sprechen.“


Hintergrund
Seit Erscheinen der „Vision für die Landwirtschaft und Ernährung“ von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen im Februar dieses Jahres richten Brandenburgs Landwirte gezielt den Blick auf die zukünftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028.
Die Vision enthält viele positive Aspekte zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Unternehmen innerhalb Europas, zur Unterstützung des Generationswechsels in der Landwirtschaft und zur Förderung von Innovationen in der Landwirtschaft insbesondere im Bereich Umweltschutz.
Im Gespräch sind jedoch auch Bedürftigkeitsprüfungen, Kappung und Degression der Direktzahlungen, von denen gerade die größeren, ostdeutschen Betriebe betroffen wären.
Gleichzeitig laufen die Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen, der das Agrarbudget der EU insgesamt festlegt, und nach dem sich letztendlich alle Förderungen ausrichten müssen.
In dieser Gemengelage setzt sich der grüne Berufsstand damit auseinander, wie schon heute bestehende bürokratische Hürden in der GAP beseitigt werden können, sodass die GAP verschlankt wird und Mittel frei werden.

(Groß Kreutz, 15.4.2025) Als zukunftsweisend für die Branche bewertete LBV-Präsident Henrik Wendorff den Landesentscheid des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend, der heute in der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung (LVAT) in Groß Kreutz ausgetragen wurde.

„Wir haben heute live erlebt, dass Landwirtschaft jungen Menschen ein für sie interessantes Arbeitsumfeld bietet. Komplexe Landtechnik beherrschen, Tiere bestens versorgen, Pflanzenbestände auf Qualität und Ertrag für unsere Ernährung einschätzen und Landwirtschaft für die Öffentlichkeit präsentieren – das alles haben die Kandidatinnen und Kandidaten beim heutigen Landesentscheid unter Beweis gestellt.“

Insgesamt 14 Azubi der Land- und Tierwirtschaft, die sich zuvor in den Regionalentscheiden an den fünf Berufsschulen des Landes aus rund 200 Teilnehmenden qualifiziert hatten, rangen um die Delegation zum Bundesfinale.
Sie maßen sich in acht Disziplinen, deren Inhalte dem beruflichen Alltag einer Landwirtin bzw. eines Tierwirts entsprechen. So sollten die jungen Kandidatinnen und Kandidaten an der Station „Tierbeurteilung“ die Gesundheits- und Leistungsmerkmale von Milchkühen beschreiben. Bei der Teamaufgabe „Geschicklichkeit“ galt es, den Schlepper im Rückwärtsgang erfolgreich an einen Anhänger anzukoppeln. Bei der Bonitur im Getreideschlag sollten unerwünschte Beikräuter wie Beifuß oder Hirtentäschel identifiziert und die vegetative Entwicklung der angebauten Kulturpflanzen eingeschätzt werden.

Den 1. Platz und damit den begehrten Platz für die Delegation zum Bundesentscheid im Beruf Landwirt erkämpfte sich Finn Klähr vom Landwirtschaftsbetrieb Golzow.
Für den Beruf Tierwirt werden die Gewinner des 1. und 2. Platzes entsendet. Platz 1 errang Justin Lagansky von der Agrargenossenschaft Neuzelle, Platz 2 errang Leonard Kallmeier von der Agrar GmbH Fehrbellin. Wir gratulieren!

Die 13 ehrenamtlichen Richterinnen und Richter aus den Landwirtschaftsschulen, Oberstufenzentren, Kreisbauernverbänden und Landwirtschaftsbetrieben im Land sowie vom Kompetenzzentrum Landwirtschaft und ländlicher Raum AgrarAktiv, die ihre Zeit heute dem Berufsnachwuchs widmeten, bewerteten die Mitwirkung der Teilnehmenden als ausgesprochen „motiviert, teamfähig und kommunikationsstark.“ Besonders hätten sie sich bei der Prüfungsaufgabe „Präsentation“ bewährt, in der ein bestimmtes Fachthema frei besprochen werden konnte. Detlef May, Leiter der LVAT und gemeinsam mit dem Landesbauernverband Ausrichter des Landesentscheids, misst dieser Schulung von Kompetenzen für die Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft mindestens ebenso viel Bedeutung bei wie der fachlichen Ausbildung:

„Ich freue mich, dass wir hier heute sehr gute Auszubildende erleben durften, die sich motiviert den Anforderungen eines zukünftigen Landwirts oder einer zukünftigen Tierwirtin stellen. Der Berufswettbewerb dient nicht nur zur Auswahl der Besten, er trägt auch dazu bei, die kommunikativen Fähigkeiten der jungen Teilnehmenden zu schulen. Eine theoretische Aufgabe im Wettbewerb ist zum Beispiel auch die Präsentation landwirtschaftlicher Fakten. Die zukünftigen Landwirte sollen anschaulich vermitteln können, wie vielseitig, leistungsfähig und nachhaltig unsere Land- und Tierwirtschaft ist. Das ist die beste Voraussetzung, um den schwierigen Rahmenbedingungen zu trotzen und auch in Zukunft die Landwirtschaft in unserer Region nicht nur zu erhalten, sondern auch weiterzuentwickeln.“

Die persönliche Würdigung der teilnehmenden Auszubildenden war für Hanka Mittelstädt, Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz im Land Brandenburg, eine Ehrensache:

„Die Auszubildenden der Land- und Tierwirtschaft haben sich für ein höchst abwechslungsreiches Berufsfeld entschieden. Gefragt sind in der Branche nicht nur Engagement, sondern auch Kreativität und die Bereitschaft, sich mit den neuesten Technologien auseinanderzusetzen. Denn die Landwirtschaft wendet in vielen Bereichen längst innovative High-Tech an. Davon zeugt auch dieser Berufswettbewerb. Erfolgreiche landwirtschaftliche Betriebe, ob konventionell oder bio, haben großen Bedarf an exzellent ausgebildeten Fachkräften, die aktuelles Wissen zu modernesten Technologien mitbringen. Die Landwirtschaft ist aktuell nicht in dem Maße vom Rückgang der Ausbildungszahlen betroffen, wie andere Branchen. Das ist ein glücklicher Umstand und spricht für die hohe Qualität der Ausbildung, die wir unbedingt erhalten und weiter verbessern wollen. Der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend, der durch viel ehrenamtliches Engagement getragen wird, kann durch die große Wertschätzung der Leistungen dabei helfen, die Auszubildenden weiter zu motivieren. Ich gratuliere allen Siegerinnen und Siegern und bin sicher, dass sie mit ihrem Engagement dazu beitragen, andere junge Menschen zu motivieren, zu den Besten ihres Faches gehören zu wollen."

Das Bundesfinale des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend findet vom 2. bis 6. Juni 2025 in Bad Sassendorf in Nordrhein-Westfalen statt. Brandenburg entsendet insgesamt fünf Azubi, die sich dort mit den Top-Talenten aus allen Bundesländern messen werden: einen Landwirt, zwei Tierwirte und zwei Forstwirte, deren Landesentscheid am 16. April 2025 durchgeführt wird.

Henrik Wendorff: „Ich als Landwirt, der schon einige Berufsjahre hinter sich hat, schaue mit Respekt und Stolz auf diese Azubi, die in der Landwirtschaft ihre berufliche Zukunft sehen. Wir freuen uns auf euch in unseren Betrieben! Den drei Gewinnerinnen und Gewinnern des heutigen Landesentscheids drücke ich beide Daumen und wünsche viel Erfolg für den Bundesentscheid in Nordrhein-Westfalen.“

  1. 100 Tage im Amt – Landesbauernverband zieht Bilanz
  2. LBV Brandenburg bekundet seine Solidarität mit Günther Felßner
  3. LBV warnt vor den sozialen Folgen wegbrechender Tierwirtschaft
  4. Landesbauernverband begrüßt Einrichtung der Eindämmungszone

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