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35 Jahre Verbandsgeschichte

Auf 48 Seiten nimmt Sie Autor Denny Tumlirsch mit durch die Entwicklung, Meilensteine und besonderen Momente unseres Verbandes.
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Unser Agrarstandort, der uns ausmacht

Unser Imagefilm, den wir anlässlich des Deutschen Bauerntags 2024 in Cottbus produziert haben, erklärt, was die Brandenburger Landwirtschaft so besonders macht.
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Landesbauernverband Brandenburg e.V. (LBV)
Presseinformation, Klaistow, 4. März 2026

Für außerordentliche Verdienste gewürdigt
 
Im Rahmen seiner Festveranstaltung zum 35. Jubiläum würdigte der Landesbauernverband heute die langjährigen Verbandsmitglieder Thomas Goebel und Jürgen Piesker mit der höchsten Auszeichnung des Verbandes: die Ehrenmitgliedschaft.
 
Thomas Goebel, seit 24 Jahren Vorsitzender des Bauernverbandes Südbrandenburg, wirkte von der Gründung des Regionalverbandes an mit und übernahm besondere Verantwortung für den gesamten Berufsstand. Der hohe ehrenamtliche Einsatz über fast drei Jahrzehnte hat wesentlichen Anteil daran, dass der Bauernverband Südbrandenburg e.V. heute im gesamten ländlichen Raum große Anerkennung und Gehör findet und sich zu einem leistungsstarken regionalen Verband entwickelt hat.
 
Durch seine stets sachliche Kompetenz hat er maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des gesamten Landesbauernverbandes. Er setzt sich stets beherzt für die Belange der Landwirte ein.
 
Als Geschäftsführer der Göritzer Agrar GmbH engagiert er sich zudem in hohem Maße für ein gutes Image der Landwirtschaft und leistet hervorragende Öffentlichkeitsarbeit für den gesamten Berufsstand. Die Göritzer Agrar GmbH ist ein Marktfruchtbetrieb mit Gemüseproduktion am südlichen Rand des Oberspreewaldes. Die rund 1.500 ha landwirtschaftliche Nutzflächen befinden sich zum größten Teil im Biosphärenreservat Spreewald, der Umwelt- und Naturschutz spielt eine große Rolle.
 
Jürgen Piesker war seit Februar 2014 bis Juni 2022 aktives Vorstandsmitglied des Bauernverbandes Südbrandenburg und Mitglied im Fachausschuss Ökologischer Landbau beim Landesbauernverband. Er ist Geschäftsführer der MURI GmbH in Lübben mit 1258 Hektar Landwirtschaftlicher Nutzfläche. Knapp 1000 ha Grünland werden von den Mutterkühen und ihrer Nachzucht beweidet. Herr Piesker stellte den Betrieb 1996 auf ökologischen Landbau um. Seit Beginn besteht eine enge Kooperation mit dem Biosphärenreservat Spreewald. Seit 2002 ist der Betrieb Mitglied des Informationsnetzwerkes „Demonstrationsbetriebe Ökolandbau“.
 
Er wirkte zudem von 1998 bis 2022 als aktives Mitglied im Vorstand des Ökologischen Anbauverbandes Biopark e.V. mit. Seit 1993 engagierte er sich als Beiratsmitglied der Tierseuchenkasse Brandenburg und war von 2005 bis 2025 Vorsitzender des Beirates.
Die Leistungen und das Engagement von Thomas Goebel und Jürgen Piesker zum Wohle des gesamten landwirtschaftlichen Berufsstandes verdienen besonderen Dank und Anerkennung.
 
Die Ehrenmitgliedschaft ist die höchste ideelle Auszeichnung des Landesbauernverbandes. Sie würdigt langjährige außerordentliche Leistungen um die Entwicklung der Landwirtschaft für Brandenburg.

Mitgestaltung auf Augenhöhe –
Landesbauernverband will gesetzliche Verankerung als „anerkannter Landwirtschaftsverband“

Anlässlich seines 35jährigen Jubiläums erneuerte der Landesbauernverband in seiner Festschrift seinen Anspruch auf eine legitimierte Rolle als „anerkannter Landwirtschaftsverband“.

Die Landwirtschaft hat bislang – anders als Naturschutz, Jagd oder Kommunen – keine gesetzlich verankerte Rolle in Planungsverfahren und Rechtssetzungsprozessen. Entscheidungen mit direkten Auswirkungen auf landwirtschaftliche Flächen werden häufig ohne die frühzeitige Mitwirkung der Praxis getroffen.

Der Landesbauernverband fordert daher die Einführung anerkannter Landwirtschaftsverbände mit definierten Mitwirkungs-, Einsichts- und Rechtsbehelfsrechten. Ziel ist es, die Landwirtschaft nicht länger nur als Nutzungsfläche oder Regelungsobjekt zu behandeln, sondern – ähnlich wie andere Branchen oder Umweltgruppen – als eigenständigen, systemrelevanten Rechtsakteur anzuerkennen, der frühzeitig einbezogen wird.

Landwirtschaft erfüllt öffentliche Aufgaben – von der primären Funktion der Ernährungssicherung über die Landschaftspflege bis hin zum Erhalt der Artenvielfalt und des Bodenschutzes in zahlreichen Umweltmaßnahmen. Diese Leistungen können einzelne Betriebe nicht allein verteidigen. „Da die Natur eine kollektive Stimme braucht, um sich gegen Beeinträchtigung zu wehren, braucht auch die Landwirtschaft eine kollektive Stimme, um sich gegen Beeinträchtigung zu wehren“, betont LBV-Hauptgeschäftsführer Denny Tumlirsch und Verfasser des Herleitungstextes in der Festschrift.

Ein anerkannter Landwirtschaftsverband würde in allen Verfahren frühzeitig beteiligt werden, die seine Systemfunktion berühren: bei Bauleitplänen, bei Schutzgebietsausweisungen, bei Ausnahmen vom Artenschutz, bei Bodenrechtsfragen und vor neuen Verordnungen. Er kann Stellung nehmen und im Zweifel Entscheidungen rechtlich überprüfen lassen.

„Die Landwirtschaft wäre nicht mehr nur Adressat politischer Entscheidungen, sondern Mitgestalter“, resümiert Denny Tumlirsch. „Der LBV steht seit 35 Jahren für Verantwortung in der Fläche: für Versorgung, für Kulturlandschaft und für eine Landwirtschaft, die sich weiterentwickelt. Erst eine gesetzliche Anerkennung wird dieser bedeutenden Rolle gerecht.“

Landesbauernverband Brandenburg e.V. (LBV)
Presseinformation, Klaistow, 4. März 2026

35 Jahre Interessenvertretung für Brandenburg und seine Bauern –
Der Landesbauernverband Brandenburg feiert sein 35jähriges Jubiläum

Fast auf den Tag genau beging der Landesbauernverband Brandenburg am heutigen 4. März 2026 in Klaistow/Potsdam-Mittelmark sein 35jähriges Verbandsjubiläum. Gemeinsam mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern der ersten Stunde ließen die rund 220 Delegierten und Gäste Schlaglichter der politischen, fachlichen und gesellschaftlichen Arbeit ihrer Interessenvertretung für den landwirtschaftlichen Berufsstand Revue passieren. Ob bei der Bewältigung des Umbruchs von einer Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft im wiedervereinigten Deutschland, als Sprachrohr für den Erhalt von Wettbewerbsfähigkeit im globalen Handel, als Partner in den dunklen Zeiten von Dürren und Seuchen, oder auch im Dienst für die Gesellschaft während des Hochwassers an Oder und Elbe – in 35 Jahren vereinte der Landesbauernverband den Mut, den Widerstand, die Kraft und den Gestaltungswillen der Bäuerinnen und Bauern Brandenburgs zu der starken Stimme, die er bis heute ist.
 
Henrik Wendorff, seit 2016 als dritter Präsident an der Spitze des Landesbauernverbandes, würdigte die Arbeit des Verbandes, die von den vielen ehrenamtlich Engagierten als auch von einem professionellen Hauptamt in den 13 Geschäftsstellen im Land getragen wird.
„Wir können stolz darauf sein, trotz zahlreicher Widerstände und Turbulenzen eine einzigartige Agrarstruktur in Europa erhalten und geformt zu haben“, betonte er in seinem Grußwort.
 
Bis heute ist die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Brandenburg nahezu stabil geblieben. 1992 waren aus den vor der Wende existierenden landwirtschaftlichen Unternehmen 5.525 neu eingerichtete Betriebe und 21 Nachfolgeunternehmen entstanden (MLEUV). Die letzte statistische Erhebung im Jahr 2023 gab die Zahl von 5.370 Unternehmen an.
 
„Trotz nötiger, auch schmerzhafter innerbetrieblicher Strukturanpassungen und einem seit Jahrzehnten anhaltenden Rückgang der Tierhaltung im Land gelang es, stets mit neuen Ideen und Innovationen Lücken zu schließen. So steht die Landwirtschaft in Brandenburg heute beispielhaft für eine historisch gewachsene, ostdeutsche Vielfalt frei nach unserem Leitbild – unternehmerisch im Denken, bäuerlich im Herzen, unserem Eigentum verpflichtet und verwurzelt in der Region.“
 
Ministerpräsident Dietmar Woidke, selbst studierter Agraringenieur, kennt den Gestaltungswillen des Bauernverbandes aus eigener Erfahrung. In seinem an den Jubilar gerichteten Gruß sagte er:
„Der Landesbauernverband ist seit 35 Jahren ein konstruktiver und verlässlicher Ansprechpartner für die Landesregierung. Ich schätze diesen offenen und direkten Austausch sehr, denn eine starke, kompetente Stimme für die Anliegen der Landwirtinnen und Landwirte ist wichtig für ganz Brandenburg. Danke dafür. Die Aufgaben sind in den vergangenen Jahrzehnten nicht einfacher geworden. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam die richtigen politischen Weichen für die Zukunft unserer Landwirtschaft stellen.“
 
Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt, die nach der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses im Brandenburger Landtag ebenfalls persönlich zur Feierstunde kam, gratuliert mit einem Blick in die jüngste gemeinsame politische Arbeit ihres Hauses mit dem Landesbauernverband: 
„Seit 35 Jahren ist der Landesbauernverband die starke Stimme für den Berufstand, seine wettbewerbsfähigen Betriebe und einen lebendigen ländlichen Raum. Für uns ist der LBV ein wichtiger Partner in der Weiterentwicklung moderner Landwirtschaft in Brandenburg, bei der Förderung regionaler Wertschöpfungschancen für die Ernährungssicherung und damit den Erhalt unserer Lebensgrundlage. Zentral ist aktuell das gemeinsame Ringen um die faire Ausgestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik ab 2028. Hier eint uns der gemeinsame Einsatz für die Brandenburger Agrarstruktur, die in den Verhandlungen nicht benachteiligt werden darf. Wir wissen um die Stärke unserer Strukturen und respektieren die Vielfalt anderer europäischer Regionen. Umso mehr setzen wir uns gegen die Vorschläge hinsichtlich Kappung und Degression ein, erwarten deren Überarbeitung und kämpfen weiter für den ländlichen Raum und die Brandenburger Dörfer. Ich kann mich glücklich schätzen, mit dem LBV einen starken Verband an meiner Seite zu wissen, um in Berlin und Brüssel kraftvoll für Brandenburg und unsere gemeinsamen ostdeutschen Positionen einzutreten.“
 
Am 22. Februar 1991 schlossen sich der Bauernverband und der Genossenschaftsverband der LPG des Landes Brandenburg in Kyritz zum „Landesbauernverband Brandenburg e.V.“ zusammen. Heinz-Dieter Nieschke, zuvor Vorsitzender des Genossenschaftsverbandes, wurde zum Präsidenten gewählt. Brandenburgs landwirtschaftliche Unternehmer – wie auch jene in den vier weiteren ostdeutschen Bundesländern – entschieden sich damit für „eine einheitliche landwirtschaftliche Interessenvertretung für alle Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind“ („Warberger Erklärung“, Juli 1990, DBV). Damit wurde die Grundlage für eine unabhängige, von Landwirten getragene Landwirtschaft - gleich welcher Größenordnung oder Rechtsform - sowie für eine unabhängige Interessenvertretung des Berufsstandes gelegt.

Brandenburg ist Landwirtschaft – Jetzt ist der Zeitpunkt für Veränderungen
 
Brandenburgs Landwirtschaft steht an einem Scheideweg. Steigende Betriebsmittelpreise, hohe regulatorische Anforderungen, volatile Erzeugerpreise und eine wachsende Förderabhängigkeit setzen die Landwirtschaft massiv unter Druck. Gleichzeitig bestehen nach der Schließung bedeutender Verarbeitungsstätten im Land klaffende Lücken in der regionalen Wertschöpfungskette. Das erstrebenswerte Ziel einer möglichst hohen Eigenversorgung der Metropolregion mit relevanten Anteilen von Lebensmitteln ‚Made in Brandenburg‘ ist nach 35 Jahren agrarpolitische Steuerung in einer Marktwirtschaft weit in die Ferne gerückt. Die landwirtschaftlichen Unternehmen müssen sich zwangsläufig auf die Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Europäischen Union konzentrieren. Brandenburg muss sich als europäischer Agrarstandort begreifen. ‚Made in Brandenburg‘ wird zur Vision für eine starke, europäische Landwirtschaft.
 
Auf ihrem 15. Landesbauerntag in Klaistow unterstreichen Brandenburgs Landwirtinnen und Landwirte diese wiedererkannte Rolle als tragende Wirtschaftsakteure in Europa. Sie fordern von der Politik einen realistischen Blick auf die aktuelle Situation, sie fordern Kreativität, Pragmatismus, mehr Leidenschaft. Politik sollte sich von einem positiven Werte-Verständnis von der Branche leiten lassen und diese Grundhaltung in die Gesellschaft ausstrahlen.
 
„Wir möchten der Politik heute ‘Made in Brandenburg‘ als stolzes Label für Brandenburgs Landwirtschaft anbieten“, erklärt LBV-Präsident Wendorff vor den knapp 200 Delegierten und Gästen des Landesbauerntages. „‚Made in Brandenburg‘ kann in allen anstehenden Verhandlungen mit der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik sowie mit unseren Wirtschaftspartnern der Verarbeitung und des Handels in den anderen Bundesländern eingebracht werden. Denn hinter ‚Made in Brandenburg‘ stehen unsere gewachsenen ostdeutschen Agrarstrukturen, unsere Mitgliedsunternehmen als Ankerbetriebe vor Ort in der Region, dahinter stehen unabhängige, geregelte Arbeit, Leistungsfähigkeit, erhebliches Innovationspotenzial, Sachverstand, Wissenschaftlichkeit und die naturverträgliche Gestaltung der Kulturlandschaft.“
 
Aus diesem Angebot generierte der Landesbauernverband eine 6-Punkte-Agenda für die anstehende, in neuer politischer Konstellation weiter zu führende Legislatur, die die früheren Strategiepapiere „Der Neue Brandenburger Weg“ (2020) und „Weißbuch 2024 – Zukunftsplan Landwirtschaft“ (2024) fortschreibt. Ziel ist es, das Potenzial Brandenburgs als Herzstück des aktuellen europäischen, ‚Made in Europe‘-Konzepts aufzubauen. In dem heute verabschiedeten Forderungspapier ‚Made in Brandenburg‘ – Unsere Vision für eine starke, europäische Landwirtschaft“ heißt es:
 
Brandenburg kann sein Potenzial als Herzstück von „Made in Europe“ nur dann voll entfalten, wenn Politik, Verwaltung und Betriebe jetzt konsequent handeln. Die Basis dafür bilden ein modernes Agrarbodenrecht, verlässliche Agrarförderung, eine praxisnahe Naturschutzpolitik sowie digitale Verwaltungsstrukturen, die effizientes Arbeiten ermöglichen. Gleichzeitig muss in die Ausbildung, den Nachwuchs und die Innovationskraft der Betriebe investiert werden, um die wirtschaftliche Resilienz, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit langfristig zu sichern. Brandenburg handelt – damit Europa ernährt wird.
 
Das Forderungspapier wurde heute unter dem Eindruck des parallel von der neuen Regierungskoalition aus SPD und CDU in Brandenburg verabschiedeten Koalitionsvertrages an den Staatssekretär im Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz, Dr. Stephan Nickisch, übergeben. Der Landesbauernverband sieht es als notwendiges Strategiepapier ergänzend zum Koalitionsvertrag, um den Agrarstandort Brandenburg als systemrelevanten Wirtschaftsstandort stark zu machen und auf diese Weise zur Ernährungssouveränität Europas beizutragen.

 

Der Landesbauernverband zum rbb-Talk „Regional, bald egal?“ vom 24.2.2026
 
Unter dem nachhaltigen Eindruck der Schließung der beiden wichtigsten Weiterverarbeitungsstätten für die Fleischerzeugung in Brandenburg fordert der Landesbauernverband von der zukünftigen Koalition, die klaffenden Lücken in der regionalen Wertschöpfungskette durch kreative Investitionskonzepte zu schließen. Heiko Terno, Vizepräsident des Landesbauernverbandes und selbst Erzeuger und Vermarkter, bringt es auf den Punkt: „Wer Regionalität will, muss auch in regionale Produktion investieren. Wir, die landwirtschaftlichen Betriebe, tragen die Produktion und sichern Versorgung, Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum. Das muss uns als Land Brandenburg etwas wert sein.“
 
Der Landesbauernverband schlägt daher vor, das Qualitätszeichen des Landes Brandenburg „Gesicherte Qualität Brandenburg“ (QZBB) als strategisches Instrument zur Markterschließung zu stärken und konsequent weiterzuentwickeln. So muss das QZBB zukünftig verbindlich in öffentlichen Ausschreibungen für die Gemeinschaftsverpflegung berücksichtigt werden. Regional erzeugte Produkte würde so in allen öffentlichen Einrichtungen auf den Tellern landen. Denn das Qualitätszeichen garantiert die Erzeugung der Ausgangsprodukte in Brandenburg als auch die Verarbeitung der Produkte aus regional hergestellten Zutaten. Als weiteres Instrument könnte die verpflichtende Abnahme von Lebensmitteln mit Brandenburger Qualitätssiegel im Zuge von Genehmigungen für den Bau von Einrichtungen des Lebensmitteleinzelhandels oder der Gastronomie vertraglich festgeschrieben werden.
 
Diese Maßnahmen würden einen verlässlichen Markt schaffen, in den die Verarbeitungswirtschaft gezielt investieren kann. Gleichzeitig ermöglichen sie eine langfristige Abnahme regionaler landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Durch ein Abkommen mit Berlin für dessen Gemeinschaftsverpflegung könnte dieser Markt noch ausgeweitet werden. Das Qualitätszeichen würde danach auch in den Ausschreibungen des Landes Berlin verbindlich angewendet werden und den potenziell bedeutenden Markt der Metropole erschließen.
 
Der Landesbauernverband ist sich der Herausforderungen bewusst, was es heißt, eine breitere Akzeptanz des Siegels sowohl bei den Erzeugern und dem Handel zu erwirken als auch das EU-Notifizierungsverfahren für den technischen Eingriff in den Absatzmarkt durchzustehen. Gerade die Vorgabe der Einhaltung kurzer Transportzeiten zur Schlachtstätte von maximal vier Stunden ist in der aktuellen Situation mit dem geschlossenen Perleberger Schlachthof für viele Rinder oder Schweine haltende Betriebe eine Absurdität. Es sind jedoch genau diese Hürden, die von der neuen Regierungskoalition mit Mut und Willen im Interesse einer funktionierenden regionalen ländlichen Wertschöpfung genommen werden müssen.
 
Der LBV unterstreicht daher hiermit sein Kernanliegen, die dringend notwendigen „Investitionen für regionale Wertschöpfung“ im Koalitionsvertrag festzuschreiben.
 
Terno: „Ohne intakte Verarbeitungskapazitäten bricht die regionale Wertschöpfungskette zusammen. Diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen. Das geht im Zusammenspiel mit einem starken Brandenburger Qualitätssiegel und – daran will ich hier ausdrücklich erinnern - ungekürzter GAP-Förderung! Denn die EU-Direktzahlungen geben den Landwirten die nötige Liquidität, um in Zertifizierung und Diversifizierung zu investieren. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind bereit, diesen Weg mitzugehen – wenn Planungssicherheit besteht.“

  1. #agrardialog: Startschuss ins neue Anbaujahr
  2. Frühjahrsdüngung: Jetzt die besonderen Bedingungen in Brandenburg des Vorfrühlings nutzen
  3. Landwirtschaftlicher Boden muss verfügbar sein Landesbauernverband appelliert an Verhandler
  4. LBV bestellt neuen Hauptgeschäftsführer – Amtsübernahme zum 1. Mai 2026

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