Weidetiere wolfsicher einzuzäunen ist kaum möglich   

LBV fordert Initiative der Brandenburger Landesregierung auf europäischer Ebene

Teltow, 16.02.2021. Der Landesbauernverband Brandenburg fordert die Brandenburger Landesregierung auf, gemeinsam mit der polnischen Regierung und den baltischen Staaten die aktuellen Individuenzahlen der baltisch-osteuropäischen Wolfspopulation an die Europäische Union zu melden und sich dort für die Anerkennung des günstigen Erhaltungszustandes einzusetzen. Brandenburg ist das Bundesland mit der höchsten Wolfsdichte. Deshalb muss die deutsche Initiative für eine Regulierung der Wolfsbestände von Brandenburg ausgehen. Die Anerkennung des günstigen Erhaltungszustandes auf europäischer Ebene ist die Voraussetzung für den Einstieg in ein aktives Wolfsmanagement als Bedingung für den dauerhaften Erhalt der Weidetierhaltung in der Region. „Der Erhalt unserer Wolfspopulation, mit Brandenburg als deren westlichstes Verbreitungsgebiet, ist längst gesichert. Die offiziellen Zahlen sprechen für sich.“, erklärt Jens Schreinicke, Wolfsbeauftragter des LBV-Brandenburgs. 

Die aktuelle Nutztierrissstatistik des Landes Brandenburg für 2020 offenbart mit insgesamt 625 von Wölfen gerissenen Schafen den bislang höchsten Wert. Ein Jahr zuvor waren es noch 293 Schafe. Das bedeutet eine Steigerung um über 100 Prozent in nur einem Jahr. Aus der Statistik geht weiterhin hervor, dass 279 getötete Schafe nach dem Mindeststandard laut Brandenburger Wolfsverordnung geschützt waren. Das sind 45 Prozent aller Schafe, die 2020 dem Wolf zum Opfer fielen. „Weidetiere wolfssicher einzuzäunen, ist kaum möglich und würde bedeuten, unsere Kulturlandschaft wie einen Tierpark zu sichern. Das kann niemand wollen. Wir brauchen die Verständigung auf einen akzeptierten Wolfsbestand und in einem nächsten Schritt ein Wolfsmanagement, das seinen Namen verdient.“, so Schreinicke weiter.     

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