Deren Diskreditierung ist jedoch abzulehnen. Pflanzenschutzmittel sind Medizin für unsere Ackerkulturen und bleiben weiterhin notwendig. Ein ersatzloser Verzicht würde zu Ernteeinbrüchen führen. Alternative mechanische Bodenbearbeitungsformen sind möglich, aber ebenfalls problembehaftet - Stichwort Bodenerosion und Kohlendioxidausstoß. Die Fokussierung der Ministerin auf den Pflanzenschutz wird der Komplexität des Insektenschutzes nicht gerecht. Der LBV fordert deshalb, dass Thema „Förderung von Blühstreifen“ stärker in den Blick zu nehmen und finanzielle Anreize zu schaffen. In Brandenburg legen bereits über 70 Landwirte freiwillig artenreiche Blühstreifen an und verzichten damit auf Einnahmen aus der Bewirtschaftung. Damit diese flächendeckend angelegt werden können, müssen sie als Agrarumweltmaßnahme endlich förderfähig werden. Das Land Brandenburg verfügt derzeit als einziges Bundesland über kein Programm zur Förderung der Biodiversität auf dem Acker. „Das muss sich ändern. Natur- und Artenschutz kann es nicht mehr zum Nulltarif geben.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.

Blühflächen am Feldrand sind Lebensraum für viele wild lebende Tiere. Die bunte Farbenpracht ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet auch Nektar und Pollen für Bienen und andere Insekten. Die Pflanzensamen bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vögel. Reptilien und kleine Säuger nutzen Blühstreifen als Unterschlupf. Feldhase, Wachtel und Rebhuhn finden hier Nahrung und Deckung vor Greifvögeln. Indem Blühflächen vielen Tierarten als „Straßen“ dienen, vernetzen sie Lebensräume und Biotope.

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Dr. Tino Erstling
Pressesprecher
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