Wird Deutschland wieder über EU-Vorgaben hinausgehen?

Die Stellungnahme des Bundesrates zum Greening und der Nutzung von ökologischen Vorrangflächen ist alles andere als nachvollziehbar. Auf den ökologischen Vorrangflächen die Düngung und den Pflanzenschutz auszuschließen, wenn z.B. wertvolle Eiweißpflanzen angebaut werden, ist alles andere als "Green".

Dies bedeutet nämlich tatsächlich eine Flächenstilllegung, was den Nutzungsdruck auf die anderen Flächen verstärkt. Mit dieser Stellungnahme spricht sich der Bundesrat auch gegen ein Schließen der Eiweißlücke aus und gegen die Chance, die hiesige Versorgung mit Eiweißpflanzen zu stärken – stattdessen forciert man indirekt den Sojaanbau in den USA und Südamerika mit al den Folgen.

Die Forderungen nach einer Eiweißstrategie oder einer Verringerung der Sojaimporte aus Brasilien oder Argentinien sind damit reine Lippenbekenntnisse, zumindest dann, wenn sie von den Bundesländern vorgetragen werden, die sich gegen eine sinnvolle Nutzung der ökologischen Vorrangflächen ausgesprochen haben.

Ebenso unverständlich ist, dass man sich gegen die Anrechnung des Zwischenfruchtanbaus ausgesprochen hat, bei nachweislich positiven Effekten auf die Biodiversität, die Verbesserung des Humusgehaltes und CO²-Bindung.
Ist der regionalen Versorgungssicherung, der Nahrungsmittelversorgung oder dem ländlichen Raum damit gedient, in Deutschland ca. 400.000 ha stillzulegen, die derzeit genutzt werden und zur Wertschöpfung beitragen?

Nicht außer Acht gelassen werden sollte, dass durch die Kürzung der EU-Agrarzahlungen die Betriebe ohnehin Einbußen hinnehmen müssen. Diese würden bei einer Stilllegung von 5 % der Ackerfläche noch deutlicher ausfallen.

Somit zeigt sich wieder einmal, dass Deutschland evtl. die Chancen, die die EU vorgibt, nicht nutzt und auf nationalstaatlicher Ebene unnötige Verschärfungen vornehmen will.

Es bleibt zu hoffen, dass Ergebnis nach der Abstimmung im Bundestag anders ausfällt und es noch zu Änderungen kommt, die im Endeffekt nicht auf eine absolute Stilllegung hinauslaufen, sondern eine produktive Nutzung der Vorrangflächen zulässt.

Aktualisiert (Dienstag, 15. April 2014 um 11:43)