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Naturalerträge landwirtschaftlicher Kulturarten

Eine effektive Landwirtschaft zu betreiben und Erträge zu erzielen, die dem Standort angepasst sind, ist das Ziel der Landwirtschaft. Nur wenn ausreichende Erträge erzielt werden, kann der Nahrungsmittelbedarf auch gedeckt werden. Die Erträge der wichtigsten Anbaukulturen liegen in Brandenburg rund 20 % unter den Bundesdurchschnitt. Dadurch muss ein brandenburger Landwirt deutlich mehr Fläche bewirtschaften, um ein ausreichendes Einkommen zu erzielen.  Die niedrigen Erträge haben ihre Ursache in den ertragsschwachen, oft sandigen Böden, aber auch in den im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrigeren Jahresniederschlägen von lediglich 560 l/m². Hinzu kommt, dass auf rund  1/3der Fläche Brandenburgs  zu den ohnehin vorhandenen  Umweltanforderungen zusätzliche Auflagen hinzukommen, die das Wirtschaften und die Erträge beeinflussen. Die Höhe der Erträge kann witterungsbedingt stark schwanken, was sich auch auf die Erlöse und Einkommen in der Landwirtschaft auswirkt. Die Landwirte säen und betreiben  Pflanzenschutz und Düngung, in der Hoffnung, dass das Wetter günstig und die Erträge hoch sind. Eine Garantie, dass die Vorarbeiten und der Aufwand sich lohnen, gibt es aber nicht.  Zur Risikoabsicherung bauen die Landwirte verschiedene Kulturen an.

Das bislang niedrigste Ernteergebnis in den vergangenen 10 Jahren war 2003 mit 32,2 dt/ha bei Getreide, das höchste 2004 mit 59,3 dt/ha, der Durchschnitt liegt bei 47,4 dt/ha. Die Erntemengen für Brandenburg lagen bei 1,666 Mio. t bzw. 3,252 Mio. t Getreide. Die enormen Schwankungen zeigen auch, wie wichtig der Handel für die Versorgungabsicherung ist. Versorgungsengpässe werden durch Handel ausgeglichen, Brandenburg /Deutschland /EU, importiert wenn Bedarf existiert und exporteiert in unterversorgte Regionen bei Überschüssen.

Die fruchtbarsten Regionen mit den höchsten Erträgen liegen in der Uckermark und Märkisch-Oderland, die ertragsschwächsten Standorte sind in Spree-Neiße und Oberspreewald Lausitz.

2012 war bei allen Kulturen ein durchschnittliches Jahr, auch wenn bei Getreide und Raps durch den extrem kalten Winter viele Pflanzen erfroren waren und die Flächen neu bestellt werden mussten.

Die höchsten Erträge erreicht man  mit Zuckerrüben, in Brandenburg  2012  634,6 dt/ha. Bei Kartoffeln lag der Ertrag 2012 mit 369 dt/ha unter dem Vorjahr, ähnlich war das Ergebnis bei Silomais.

Damit die Ertragsschwankungen nicht noch größer werden, setzen die Landwirte Düngemittel wie Mist und Gülle, aber auch Mineraldünger ein. Gegen Schädlinge wie Kartoffelkäfer oder Pilzbefall helfen Pflanzenschutzmittel. Deren Einsatz wird streng überwacht und ist an Auflagen gebunden.

Ohne den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittelen wäre eine gesicherte Versorgung mit gesunden Nahrungsmitteln, so wie wir sie kennen und gewöhnt sind, nicht möglich.

Für den Einsatz von Dünger (Stickstoff) gibt es von der EU festgelegte Obergrenzen. Bei Stickstoff wurde der erlaubte Wert in Brandenburg deutlich unterschritten.

Der Saldo (Differenz aus eingesetzter und wieder entzogener Menge) ist vergleichsweise schwierig zu steuern, da er stark von der Witterung und dem Ertrag abhängt. Wie sich beides gestaltet, kann man bei der Düngergabe kaum einschätzen. Daher wird die Menge oft gesplittet, um so besser auf den Bedarf der Pflanze reagieren zu können. Dies bedeutet aber mitunter auch, einen höheren Arbeitsaufwand in Kauf zu nehmen.

Auch hier gehen die Betriebe sehr verantwortungsvoll um und unterschreiten die tolerierbare Höchstgrenze  deutlich.