Start Landw. Daten Rinderbestände

Entwicklung der Rinderbestände

In Brandenburg wurden im Mai 2012 ca. 557.200 Rinder gehalten. In den vergangenen 10 Jahren ist der Bestand damit um ca. 64.000 Tiere geschrumpft. Die Rinder stehen in rund 4.400 Betrieben.

Nach wie vor gehört Brandenburg mit 0,42 Rindern je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche zu den rinderärmsten Bundesländern. Anders gesagt, auf  2,3 ha steht ein Rind. Im ökologischen Landbau sind teils bis zu 2 Rinder je ha erlaubt, also fast das Fünffache des brandenburger Durchschnitts.

Die 3 Bundesländer mit dem höchsten Tierbesatz weisen je ha einen 3-mal höheren Bestand als Brandenburg auf (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein). Der Bundesdurchschnitt liegt bei einem 1 Rind je ha.

Die durchschnittliche Herdengröße liegt bei 127 Tieren, 54 % der Rinder befinden sich in Beständen größer 500 Tiere. Auf der anderen Seite gibt es auch über knapp 1.000 Betrieb die nur 1 -2 Rinder halten. Entscheidend für das Tierwohl sind in jedem Fall die Haltungsbedingungen. Hier hat die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel investiert, um die Ställe tierartgerecht zu gestalten und modern auszustatten.

Dies kostet natürlich Geld, die Kosten bei einem Neubau eines Milchviehstalles können dabei stark schwanken und durchaus bei 8.000 Euro je Kuhplatz liegen. 

Übrigens: Moderne Lüftung in den Ställen gegen heiße Sommerhitze, aber auch Kuh-Massagebürsten gehören heute oft schon zum Standard, um die Kuhgesundheit zu fördern. Nur gesunde Tiere bringen  hohe Leistungen und gesunde Produkte.

Die Tierhaltung spielt auch für die Bodenfruchtbarkeit eine große Rolle. Durch Mist und Gülle werden dem Boden wieder wertvolle Nährstoffe zugeführt und mineralischer Dünger kann eingespart werden. Bevor es mineralische Dünger gab ließ sich nur mit der Tierhaltung ein entscheidender Ertragszuwachs erzielen, da Stalldung damals der einzige Dünger war. 

Mit der Rinderhaltung eng verbunden ist die Nutzung des Grünlandes, eine höhere Wertschöpfung, und die Sicherung von Arbeitsplätzen einher.

Von den in der Landwirtschaftszählung 2.600 erfassten Betrieben mit Rinderhaltung haben 2.200 Betriebe die Weidehaltung im Programm. Mehr als 52% der Rinder (ohne Milchkühe) werden mit Weidegang gehalten. Dies ist mehr als im Bundesdurchschnitt (35%)  und z.B. auch mehr als in Bayern, wo der Anteil bei 13 % liegt.

Neugierige Rinder auf der Weide

Der Rinderbestand in Brandenburg reicht nicht aus, die regionale Versorgung Berlins und Brandenburgs abzusichern.

Übrigens ist es für das Rind, die Fleisch- oder Milchqualität unerheblich, ob an den Köpfen Hörner sitzen oder nicht. Inzwischen gibt es auch Zuchtlinien, bei denen die genetischen Voraussetzungen zur Hornbildung nicht mehr existieren. Hornlose Kühe haben den Vorteil, dass die Verletzungsgefahr für die Melker sinkt.