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Unternehmensstrukturen, Rechtsformen, Beschäftigte

In Brandenburg wirtschafteten 2010 laut Landwirtschaftszählung 5.566 Unternehmen, darunter 212 Genossenschaften, 710 GmbH, 652 Personengesellschaften und 3.932 Einzelunternehmen. Damit unterscheidet sich die Unternehmensstruktur hinsichtlich der Rechtsformen deutlich von der, die in den alten Bundesländern anzutreffen ist. Die Strukturen haben sich nach der Wende herausgebildet und haben in den vergangenen Jahren Stabilität bewiesen. Der Rückgang der Unternehmenszahl im Vergleich zu 2007 (gesamt 6.704) ist im Wesentlichen auf eine geänderte Erfassungsmethodik zurückzuführen. Unternehmen ohne Tierhaltung und mit weniger als 5 Hektar wurden in der Zählung 2010 nicht erfasst.

Im Bundesdurchschnitt liegt die Betriebsgröße inzwischen bei 57 ha, wobei die Flächenausstattung von Süden nach Norden und von Westen nach Osten zunimmt. Damit ist der Trend hin zu größeren Betriebsstrukturen ist ungebrochen.  Die Wachstumsschwelle stieg im Bundesdurchschnitt inzwischen auf 100 ha. D.h. die Zahl der Betriebe unter 100 ha nimmt ab und die über 100 ha steigt. Ursachen für diese Entwicklung sind u.a. die Erlös- und Einkommenssituation, aber auch die hohen Anforderungen, die an die Betriebe gestellt werden und teils erhebliche Investitionen erfordern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Brandenburg liegt die durchschnittliche Flächenausstattung der Unternehmen aller Rechtsformen bei ca. 238 ha. Die eingetragenen Genossenschaften mit oft zahlreichen Mitgesellschaftern und Eigentümern bewirtschaften im Schnitt 1.421 ha, die GmbH‘s 630 ha,die Personengesellschaften 363 ha und die Einzelunternehmen 82 ha. Damit blieben die bewirtschafteten Flächen je Unternehmen in den vergangenen Jahren weitgehend stabil.

Die ähnlichen Betriebsgrößen in den neuen Bundesländern sind auf ähnliche Rahmenbedingungen zurückzuführen.

In Brandenburg kommen die ungünstigen natürlichen Standortbedingungen hinzu, die eine größere Flächenausstattung erforderlich machen. Auf Grund der schlechteren Böden und geringeren Niederschläge fallen die Erträge rund 20-30 % niedriger aus als im Bundesdurchschnitt. Bei gleichem Produktionsprofil muss ein hiesiger Betrieb also mindestens 20 bis 30 % mehr Fläche bewirtschaften, um einen identischen Ertrag zu erzielen  

Die Einzelunternehmen im Haupterwerb haben sich überwiegend auf den Marktfruchtanbau (ohne Tierhaltung) spezialisiert. Die juristischen Unternehmen sind in der Regel Gemischtbetriebe, in denen auch die Tierhaltung einen hohen Stellenwert besitzt. Die GbR, GmbH und eG hingegen verfügten oft über bessere Voraussetzungen (Fläche, Stallgebäude) und konnten die Tierhaltung fortzusetzen.

Einzelunternehmen hatten oftmals nicht die Flächenausstattung um eine rentable Tierproduktion gestalten zu können. Hinzu kommt der hohe Investitionsbedarf für die tierhaltenden Betriebe, sowie die zahlreiche Auflagen und Bestimmungen. Auch der hohe Arbeitsaufwand waren Gründe, nicht in die Tierproduktion einzusteigen bzw. extensive Tierhaltungsformen, wie die Mutterkuhhaltung, zu wählen.


Nach dem deutlichen Rückgang der Beschäftigtenzahl Anfang der 90-iger ist eine Stabilisierung eingetreten. 2010 waren in der Pflanzen- und Tierproduktion knapp 36.500 Menschen beschäftigt. Damit zählt die Landwirtschaft in Brandenburg zu den größten Arbeitgebern - vor allem im ländlichen Raum gibt es mancherorts kaum andere Erwerbsquellen. Die überwiegende Arbeitsleistung wird dabei von sogenannten familienfremden Arbeitskräften erbracht (30.320 Personen). Der zu verzeichndene Rückgang ist zum überweigendne Teil auf die geänderte Erfassungsmethodik zuurückzuführen, da Betreieb unter 5 ha nicht mher erfasst wurden und somit auch die beschäftihgten Personen unberücksichtigt blieben.

Umgerechnet auf Vollbeschäftigung wird die Arbeit von 22.479 sogenannten AKE (Arbeitskrafteinheiten) geleistet, damit ist der Arbeitsbedarf gegenüber 2007 um rund 1.100 Vollzeitstellen gestiegen. Eine Arbeitskrafteinheit  entspricht der Arbeitsleistung einer vollbeschäftigten Person mit 225 Arbeitstagen im Jahr und 8 Stunden täglicher Arbeitszeit.

In Einzelunternehmen  arbeiteten  2010  5.998,  in Personengesellschaften 4.143 und in Genossenschaften und GmbH  11.233 Menschen. (umgerechnet in AKE) (2010). Die Zahl der tatsächlich beschäftigten Personen liegt jedoch deutlich darüber, da nicht jeder Arbeitsplatz ein Vollzeitarbeitsplatz ist und zahlreiche  Unternehmen auch Nebenerwerbsbetriebe sind.

Die juristischen  Unternehmen machen zwar nur 17 % der Gesamtunternehmen aus, bewirtschaften aber knapp 60% der landwirtschaftlichen Nutzfläche und  beschäftigen rund 55 % der Vollarbeitskräfte. Die Personengesellschaften beschäftigen ca. 18% der Vollarbeitskräfte und die Einzelunternehmen  knapp 24%.

Bei der Auswertung der Testbuchbetriebsergebnisse der vergangenen 3 Jahre (bis 2011)  ist erkennbar, dass die juristischen Personen im Durchschnitt ca. 23 Menschen Arbeit gaben, Personengesellschaften 8 und Einzelunternehmen (im Haupterwerb) 4. Eine Arbeitskraft  ist statistisch für rund 59 ha (einschließlich der Tiere) verantwortlich.

Positiv auf den Arbeitskräftebedarf wirkt sich z.B. die Tierhaltung aus. Darum ist der Landesbauernverband bestrebt, die Tierhaltung (Veredlungswirtschaft) zu stärken. Zudem tragen die Tierhaltung, die Direktvermarktung, der Anbau arbeitsintensiver Kulturen (Obst/Gemüse) oder der Anbau und die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, zur Einkommensdiversifizierung bei und weitere Arbeitsplätze werden geschaffen. Einen hohen Arbeitsbedarf weisen aber auch sehr kleine Betriebe auf. Der Einsatz älterer Technik aber auch die Spezialisierung auf arbeitsintensive Kulturen können hier ausschlaggebend sein.  

Die Höhe der Wertschöpfung hängt maßgeblich von den Kosten, den Erzeugerpreisen und den Erträgen ab. Diese sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich, was auch die großen Schwankungen erklärt.

Entscheidend für die Bruttowertschöpfung ist aber auch, was produziert wird. Je mehr Sonderkulturen und Tiere gehalten werden, desto höher ist in der Regel die Wertschöpfung.

In Brandenburg nahm die Bruttowertschöpfung von 2005 – 2010 um fast 20% zu, dies ist eine deutlich stärkere Zunahme als im Bundesdurchschnitt (12%). Allerdings bleibt die Bruttowertschöpfung je ha in Brandenburg weit hinter dem bundesdeutschen Durchschnitt oder der von Bayern oder Rheinland-Pfalz zurück. Hauptursachen sind u.a. die niedrigeren Erträge auf Grund der schlechteren Standortbedingungen, aber auch der deutlich geringere Tierbesatz und das Fehlen von Sonderkulturen wie z.B. Wein. Bei der Bruttowertschöpfung je Arbeitskraft nimmt Brandenburg hingegen einen der vorderen Plätze ein.