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Umschichtungen und dann???

Das BMEL will eine höhere Umschichtung in dei 2. Säule. Statt 4,5 % soll der Satz auf 6 % steigen.

Dies muss doch mehr als verwundern, denn CDU (mit Mitglied Frau Klöckner) und CSU sowie die Agrarminister der Länder sprachen sich bislang gegen höhere Umschichtungen und für ein Festhalten am bisherigen Satz bis zum Start der neuen GAP aus.

Von der Landwirtschaft wird alle naselang alles Mögliche neu eingefordert, selbst ist man aber nicht Willens, für Berechenbarkeit und Verlässlichkeit zu sorgen.

Nicht zu verstehen ist, warum man vor Beginn der neuen Förderperiode an dem Umschichtungssatz rumschraubt, statt das bisherige System weiterlaufen zu lassen, zumal die Zukunft mit  eventuellem Brexit, fehlendem EU-Haushalt oder Aufkündigung der GroKo unsicher genug ist. Und noch ein Punkt sei erwähnt. Wir haben das 2. Jahr in Folge ein weit unterdurchschnittliches Erntejahr, ohne dass die Erlöse stiegen. Da ist eine Kürzung der Direktzahlungen für die viel beschworene Stabilität der Betriebe mehr als kontraproduktiv.

1,5% Abzug aus der ersten Säule sind zwar nicht viel, aber das Signal ist demotivierend! Wer hält für eine starke erste Säule jetzt noch die Fahne hoch…?

Die Umschichtung ist auch nicht das Spiel „linke Tasche, rechte Tasche“, denn zu adäquaten Erleichterungen bei den Auflagen wird es nicht kommen, obwohl einiges getrost gestrichen werden könnte: Wie wäre es denn z.B. mit dem Verzicht auf die unsinnige umweltschädigenden Regelung zur Dauergrünlandwerdung. Leider ist dazu in diesem Zusammenhang nichts zu hören.

All dies ist kein gutes Signal und bedeutet auch weiteres Stück Abkehr von einer Gemeinsamen Agrarpolitik in Deutschland. Denn das Geld wandert in die Ministertöpfe und kann nach Belieben verteilt werden. Ein bisschen zu retten wäre trotz allem noch, wenn dieses Geld 1 : 1 zu den Landwirten zurückfließt, z.B. in die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete. Wie nötig dies in Brandenburg ist, zeigen die Erträge. UBS