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Zum IGW-Abschluss: Landwirte ziehen positive Bilanz

Vom Wert regionaler Produkte und deren Erzeugung, blühenden Flächen und Irrtümern
Berlin, 25.01.2019. Die Brandenburger Landwirte ziehen vor dem letzten Wochenende der Internationalen Grünen Woche eine positive Bilanz. Die Präsenz der regionalen Erzeuger in der Brandenburg-Halle fand einmal mehr das überwältigende Interesse der Verbraucher. Was überzeugte, waren der hervorragende Geschmack der Produkte "made in Brandenburg" und die dahinter stehende Innovationskraft der Erzeuger. Florian Schulze von der Ölmühle Rädigke präsentierte kalt gepresstes Rapsöl aus Potsdam-Mittelmark in verschiedenen Geschmacksrichtungen und äußerte sich sehr zufrieden: „Das Interesse der Verbraucher und der Medien an unseren Produkten war hervorragend. Viele haben gekostet und waren begeistert. Auch zu Handelsvertretern konnte ich weitere Kontakte knüpfen. Was sich daraus entwickelt, lässt sich allerdings noch nicht sagen.“

In den Gesprächen an den Ständen hörten die Produzenten jedoch immer wieder Unverständnis darüber, dass nur wenige regionale Produkte in den Regalen der Supermärkte in Berlin und Brandenburg zu finden sind. "Das Problem sind die immer noch großen Lücken in den Produktionskreisläufen. Was uns fehlt, sind Schlachthöfe mit größeren Kapazitäten und verarbeitende Betriebe, und das nicht nur für tierische Produkte. Hier benötigen wir eine konsistente Ansiedlungspolitik und den politischen Willen der Entscheidungsträger, sich auch gegen Wiederstände durchzusetzen. Wenn die Gesellschaft mehr regionale Erzeugnisse fordert, dann bedarf es regionaler Produktion und der Akzeptanz dafür. Ein anderer Punkt ist die Bereitschaft der Kunden für entsprechend produzierte Lebensmittel einen angemessenen Preis zu bezahlen sowie die Einsicht des Einzelhandels, die höheren Erlöse auch an die Landwirte weiterzureichen. Hier sehe ich noch Luft nach oben.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff

Positiv wurde auch die Blühflächen-Initiative des LBV aufgenommen. Viele Besucher kamen an Messestand des Verbandes und stellten sich eine individuelle Blühmischung für den heimischen Garten oder Balkon zusammen. In diesem Zusammenhang sprachen wir über das Engagement der Brandenburger Landwirte, die Biodiversität in der Kulturlandschaft zu verbessern. Im vergangen Jahr beteiligten sich 100 Brandenburger Landwirte an der Aktion. Sie stellten insgesamt 300 Hektar Ackerfläche kostenlos zur Verfügung. In Kürze wird der Landesbauernverband Brandenburg mit der diesjährigen Aktion starten. „Aber machen wir uns nichts vor, unsere Initiative kann nur eine symbolische Geste sein. Wenn wir eine flächendeckende Verbreitung von Blühflächen wollen, dann bedarf es der Unterstützung des Landes. Die Förderung der Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss auch von der Gesellschaft insgesamt finanziert werden.“, betont Wendorff.

Wie immer nutzen auch die Gegner der modernen Landwirtschaft das Umfeld der IGW als Bühne. In diesem Jahr schlug eine Studie über Feinstaub hohe Wellen, aus der einige die Schuld der Landwirtschaft an vielen Tausend Feinstaub-Toten ableiten wollten. Wenig später formulierten renommierte Wissenschaftler erhebliche Zweifel an den Ergebnissen der Untersuchung und deren Interpretation. Viele Landwirte haben das als sehr böswillige PR-Aktion empfunden. Auch auf der Demonstration „Wir haben es satt“ waren wieder einige Irrtümer zu erleben. Hier demonstrierten Menschen unter anderem gegen kritikwürdige Zustände in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung und gegen die Genehmigung neuer Ställe. „Auch wir Landwirte wollen mehr Tierwohl, aber es muss auch jemand bezahlen. Und bislang kaufen viele Verbraucher vor allem günstig. Und vergessen wir nicht, wer bessere Haltungsbedingungen fordert, sollte nicht gegen den Bau neuer Ställe sturmlaufen. Denn jeder Stallneubau ist eine Investition in mehr Tierwohl. Diese Zusammenhänge müssen wir in unserer täglichen Arbeit noch stärker herausstellen.“, sagt der LBV-Präsident.

Für weitere Informationen: Dr. Tino Erstling,  Pressesprecher des LBV Brandenburg e.V
Mobil: 0151 12218692