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Jetzt umsteuern: Einstieg in ein System der Hilfe zur Selbsthilfe

LBV Brandenburg fordert die steuerfreie Risikoausgleichsrücklage für landwirtschaftliche Betriebe

Teltow, 17.08.2018. Die bereits zu Erntebeginn befürchteten schweren Ertragsverluste sind nun eingetreten. Verantwortlich sind die lange Hitzeperiode sowie die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate. Treten beide gleichzeitig auf, spricht man von Dürre. Mit normalen Ertragsschwankungen, die jeder wirtschaftende Betrieb verkraften können muss, hat das nichts zu tun. Die Brandenburger Landwirtschaft ist in eine Notlage geraten. Etliche Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht. Der Landesbauernverband schätzt die Ertragsausfälle für die Hauptkulturen auf etwa auf 371 Mio. Euro. „Die vom Land zugesagte Unterstützung in Höhe von fünf Millionen Euro

sehen wir als ein erstes Zeichen dafür, dass sich die Landesregierung der Brisanz der Lage bewusst ist.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.  Diese Hilfen allein werden das Problem jedoch nicht lösen, zumal diese Zuschüsse durch bestimmte Förderkriterien erheblich begrenzt werden. Vor diesem Hintergrund begrüßt der LBV Brandenburg das Engagement der Landesregierung zur Unterstützung der Bauern durch ein weitergehendes Bund-Länderprogramm im Rahmen staatlicher Nothilfen. „Allerdings weisen wir darauf hin, dass eine zielgenaue und objektive Hilfe nur auf der Basis des eingetretenen Naturalschadens erfolgen kann.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.

Darüber hinaus befürwortet der LBV die Bemühungen der Brandenburger Landesregierung um die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage für Landwirte im Bundesrat. Sie würde die Bauern in die Lage versetzen, in ertragsstarken Jahren etwas für schlechtere Jahre zurückzulegen. Nach dem Motto: spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Das wäre aus unserer Sicht der Einstieg in die Hilfe zur Selbsthilfe. „Niemand soll denken, dass es uns Freude bereitet, in regelmäßigen Abständen die Arme in die Luft zu reißen und nach Hilfen zu rufen. Mich persönlich erfüllt es eher mit Scham. Doch leider erzielen wir mit unseren guten Erzeugnissen keine auskömmlichen Preise und sind gezwungen auf diese Weise zu agieren.“, betont Henrik Wendorff .

Tatsache ist, dass in Brandenburg in den vergangenen Jahren der einseitige Rückbau der Gewässer vorangetrieben wurde. Auf Wassermanagement im Sinne einer zweiseitigen Wasserregulierung mit Rückhalt und Entwässerung wurde kein Wert mehr gelegt. Das rächt sich nun. Hier bedarf es künftig der Umsetzung praxistauglicher Lösungen.

Für die Anpassung der Landwirtschaft an die sich ändernden klimatischen Bedingungen benötigen wir zudem neue Züchtungsmethoden und neue Sorten sowie vernünftige Rahmenbedingungen, die den Landwirten die Nutzung moderner Bewirtschaftungstechnologien ermöglichen. Der Widerspruch zwischen der Sehnsucht nach Bauernhofidylle und modernen Erfordernissen muss in der gesellschaftspolitischen Diskussion aufgelöst werden.

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Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92