Blühstreifen

Blhstreifen_mit_Schrift_neu

Suche
Agrarwetter
Start Meldungen Landesbauernverband zum Urteil des EuGH zu neuen Züchtungsmethoden

Landesbauernverband zum Urteil des EuGH zu neuen Züchtungsmethoden

Pressemeldung 27.07.2018

Präsident Wendorff: „Vorteile in Bezug auf Versorgungssicherheit, Ökologie und Biodiversität wurden mit dem Urteil erst mal verpasst.“

„Ich respektiere das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 25. Juli, sehe es jedoch mit gemischten Gefühlen. Es bestätigt die grundsätzliche Skepsis unserer Gesellschaft gegenüber modernen Züchtungsmethoden in der Landwirtschaft. Das müssen wir ernst nehmen, zumal es durchaus Risiken gibt. Dennoch ist zu konstatieren, dass diese vielfältige Möglichkeiten bietet, zeitnah deutliche Züchtungsfortschritte zu erzielen und dadurch auch drängende Probleme der regionalen Versorgung sowie der Welternährung zu lösen vermag.

In Brandenburg erleben wir in diesem Jahr eine Dürre, die zu erheblichen Ernteausfällen führt und viele Landwirte an den Rand ihrer Existenz führen wird. Klimaforscher prognostizieren, dass wir in Zukunft mit klimatischen Extremen dieser Art häufiger konfrontiert werden. Das sogenannte Genome Editing  könnte uns bei der Züchtung trockentoleranterer Sorten helfen, und so langfristig die Versorgung der Menschen mit regional erzeugten landwirtschaftlichen Produkten sichern. Durch den Anbau neuer, gegen unterschiedliche Krankheiten und Schädlinge widerstandsfähigerer Sorten könnten zudem erhebliche Aufwendungen beim Pflanzenschutz eingespart werden.
Diese Vorteile in Bezug auf Versorgungssicherheit, Ökologie und Biodiversität wurden mit dem Urteil erst mal verpasst. Die Tür ist jedoch nicht für alle Zeit verschlossen. Aus Sicht der Brandenburger Bauern sollte über die Chancen und Risiken moderner Züchtungsmethoden eine ehrliche und offene Debatte geführt werden. Dabei stellt sich die Frage, ob wir uns als Gesellschaft dem technologischen Fortschritt dauerhaft verschließen können und wollen.“

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92