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Gravierende Ernteausfälle befürchtet

Die extreme Trockenheit bedroht die Existenz von Betrieben

Teltow, 05.07.2018. Brandenburgs Bauern machen sich Sorgen um ihre Ernte: In den vergangenen zwei Monaten waren die landwirtschaftlichen Kulturen vielerorts einer extremen Trockenheit ausgesetzt wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die fehlenden Niederschläge und hohen Temperaturen haben deutliche Spuren hinterlassen. „Besonders betroffen sind Druschkulturen, wie Gerste, Roggen, Weizen und Raps. Aber auch der Mais zeigt auf vielen Standorten inzwischen sichtbare Trockenschäden. Nach derzeitigen Schätzungen müssen wir mit Ernteausfällen zwischen 20 und 50 Prozent rechnen, wobei im Extremfall auch vereinzelt Totalausfälle drohen. Dann kann es für manche Betreibe auch existenzbedrohlich werden.“, sagt Landesbauernpräsident Henrik Wendorff. Ebenso ist die Futterversorgung durch massive Ausfälle auf dem Grünland gefährdet.

Erschwerend hinzu kommt die derzeit hohe Brandgefahr auf den Flächen. „In den vergangenen Tagen kam es bei der Ernte zu Bränden, ausgelöst insbesondere durch Funkenschlag am Schneidwerk und heiße Motorenteile. Viele Landwirte führen deshalb bei der Erntetätigkeit Wassertankwagen mit. Das ist ein zusätzlicher Aufwand, aber eben notwendig. Wir können uns nicht noch weitere Verluste leisten.“, so Wendorff weiter.
Die Brandenburger Landwirtschaft steuert nach dem vergleichsweise schlechten Erntejahr 2017 in diesem Jahr auf einen weiteren Tiefpunkt zu. „Unser vorrangiges Problem sind die niedrigen Preise für landwirtschaftliche Produkte. Wir fordern deshalb eine steuerfreie Risikoumlage, die es den Bauern  erleichtert, in guten Jahren etwas für schlechtere Jahre zurückzulegen. Das ist derzeit nicht möglich, ohne dass der Fiskus zuschlägt. “, erklärt LBV-Pressesprecher Dr. Tino Erstling.
Auf die Verbraucherpreise werden die trüben Brandenburger Ernteaussichten jedoch kaum einen Einfluss haben. „Getreide wird weltweit gehandelt und in den bedeutenden Getreideanbauregionen der Welt, wie Nordamerika, Russland und Australien wird mit guten Erträgen gerechnet.“, beruhigt der LBV-Präsident.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92