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Drastischer Protest vor dem Brandenburger Landtag

Landwirt legt totes Kalb ab und macht so auf die Nöte der Weidetierhalter aufmerksam. Nun droht ihm eine Anzeige. Der LBV appelliert eindringlich an die Landesregierung, die Voraussetzungen für die Schutzjagd auf Wölfe zu schaffen.

Potsdam, 08.05.2018. Landwirt Elard von Gottberg aus Ziesar legte heute gegen 11:30 Uhr vor dem Brandenburger Landtag ein kürzlich von einem Wolf gerissenes Kalb ab, um auf die Nöte der Weidetierhalter aufmerksam zu machen und gegen die verfehlte Wolfspolitik des Landes und des Bundes zu protestieren. Mit dabei auch Weidetierhalter Jens Schreinicke aus Potsdam Mittelmark und Schäfer Karl Heinz Rathenow aus Lübars. Vor dem Landtag angekommen, wurde das tote Kalb sofort von der Polizei beschlagnahmt. Von Gottberg muss nun mit einer Anzeige rechnen. Die Demonstranten fühlten sich zu Recht in ihrem Demonstrationsrecht beschnitten.



Die Aktion des betroffenen Landwirtes zeigt mehr als deutlich, dass die Beschwichtigungsstrategie der Landesregierung zu nichts führt. Sowohl die Tatsache, dass wir gegenwärtig im Land Brandenburg keinen gültigen Wolfsmanagementplan haben, sowie der Umstand, dass Anträge auf Entnahme von Wölfen nach BbgWolfV abgelehnt werden, ohne dass sich das Landesamt für Umwelt im Rahmen eines Vororttermins entsprechend informiert hat, zeigt eindrucksvoll, dass die Politik die Weidetierhalter buchstäblich allein im Regen stehen lässt.
„Wir fordern die Landesregierung eindringlich dazu auf, gemeinsam mit dem Bund die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die einer Schutzjagd auf Wölfe nach schwedischem Vorbild entgegenstehen. Ansonsten wird es in Brandenburg bald keine Weidetierhaltung als natürlichste Form der Tierhaltung mehr geben. Das wäre ein Hohn, gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Tierwohldebatte.“ so Jens Schreinicke, Wolfsbeauftragter des LBV Brandenburg.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:  Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92