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Agroforstwirtschaft zur Förderfähigkeit entwickeln

Pressemeldung:

Peickwitz, 02.05.2018. Mit einer Auftaktveranstaltung startete heute das Projekt „AKUM-Agroforst“. Zu diesem Anlass übergab Jörg Vogelsänger, Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 47.000 Euro für ein Projekt, das auf weitere Schritte in Richtung einer nachhaltigen Landbewirtschaftung abzielt. Beteiligte sind der Landwirtschaftsbetrieb Domin in Peickwitz bei Senftenberg, drei weitere Landwirte, der Landesbauernverband Brandenburg (LBV), der Bauernverband Südbrandenburg, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), der Naturschutzbund Brandenburg (NABU) sowie der Gewässerverband Kleine Elster-Pulsnitz.

Agroforstwirtschaft ist eine Form des Landbaus, bei der Ackerkulturen oder Grünland zusammen mit Bäumen und Sträuchern auf einer Bewirtschaftungsfläche angebaut und genutzt werden. Typisch für alle Formen der Agroforstwirtschaft sind bewusst genutzte Wechselwirkungen zwischen Gehölzen und Ackerkulturen.

Agroforstwirtschaft trägt zur Aufwertung ländlicher Räume und zur Erfüllung zahlreicher Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union bei. Dazu zählen ein besserer Erosionsschutz, die Reduzierung des Stoffeintrags in Grund- und Oberflächenwasser, eine höhere Biodiversität und eine flächenbezogene Verringerung der CO2-Emission.

Trotz ihres vielversprechenden Potenzials existiert für die Agroforstwirtschaft in Deutschland bislang noch kein eigenes Agrarförderprogramm. Eine gesellschaftliche Anerkennung der damit verbundenen Ökosystemdienstleistungen wäre im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) denkbar. Die Entwicklung einer solchen Konzeption ist eines der Kernziele des Projekts.

„Als Landwirte leben wir von und mit der Natur. Deshalb sind wir auf eine intakte Umwelt angewiesen. Sie ist Bedingung für eine dauerhafte Flächenproduktivität und damit langfristig Grundlage für das Einkommen unserer Familien. Die Agroforstwirtschaft bietet hierfür zahlreiche positive Ansätze, die wir gern unterstützen“, so Heiko Terno, Vizepräsident des Landesbauernverbandes Brandenburg.

„Der mit der Agroforst verfolgte Ansatz, positiv auf die Gewässer einzuwirken, klingt vielversprechend. Denn eine gezielte Anordnung von Gehölzen in den Gewässerrandstreifen trägt im Grundwasserbereich zur Reduzierung von Nährstoffen bei. Dadurch werden wertvolle Habitatstrukturen bei gleichzeitigem Schutz der Oberflächengewässer vor Sedimenteintrag geschaffen“, erklärt Marcel Ludewig, Verbandsgeschäftsführer des Gewässerverbandes Kleine Elster-Pulsnitz

"Das Ziel des NABU ist es, eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen, die neben der Erzeugung gesunder Nahrungs- und Futtermittel auch die Struktur- und Artenvielfalt fördert, Boden-, Klima- und Gewässerschutz beachtet und eine attraktive Landschaft für Erholungssuchende pflegt. Wir freuen uns, gemeinsam mit Akteuren aus der Landnutzung an der Etablierung einer Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AKUM) mitzuwirken, um durch den gemeinsamen Anbau verschiedenster Gehölzarten und Ackerkulturen auf einer Fläche, das alles verbessern zu können. Der NABU setzt sich in dem Projekt für eine ökologisch sinnvolle Ausgestaltung und Pflege der Agroforststreifen ein, damit insbesondere Tierarten, die Saumstrukturen oder Gehölze als Lebensraum oder zur Orientierung im Raum benötigen, neue Lebensräume und ausreichend Nahrung finden.", sagt Christian Schröder, Landesgeschäftsführerin NABU Brandenburg.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Tino Erstling, Pressesprecher Tel. Nr. 0151 12 21 86 92