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Vogelkonzert in Brandenburg ist vielstimmig

Landwirtschaft leistet dazu wichtigen Beitrag

Die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen zur Entwicklung der Vogelwelt in Brandenburg zeigt ein differenziertes Bild. Teils wiesen die Vogelbestände einen positiven bis stabilen Trend auf (ca. 2/3 der Anhang I Brutvogelarten), teils entwickelten sich die Populationen auch negativ. Diese Beobachtung ist keineswegs auf Brandenburg beschränkt, sondern zeigt sich weltweit, wobei die Ursachen vielfältig sind. Zunehmender Siedlungsdruck, die Zerschneidung von Landschaften und die Notwendigkeit, für eine wachsende Weltbevölkerung mehr Lebensmittel zu produzieren und die Landwirtschaft leistungsfähiger auszurichten, sind nur einige Gründe, die auch um Brandenburg keinen Bogen machen.

Auffällig sei nach Feststellung des Landesbauernverbandes, dass gerade röhrichtbewohnende Vögel wie Rohrammer oder Sumpfrohrsänger einen abnehmenden Trend aufweisen, ebenso einige Wiesen- bzw. Bodenbrüter. Der Landesbauerverband sieht eine der Ursachen in der deutlich gestiegenen Zahl der Kleinraubtiere (Prädatoren) wie Marderhund und Waschbär, für die die Gelege und Jungvögel eine leichte Beute sind. Auch die oft beobachtete Zunahme der Krähen und Rabenvögel wie Elstern sei zu berücksichtigen. Selbstverständlich spielen auch Änderungen in der Landwirtschaft und im Anbauspektrum eine Rolle, so der bis Ende 2014 zu beobachtende Rückgang der Brachflächen. Mit der Einführung des Greenings sei hier jedoch kein weiterer Rückgang mehr zu erwarten. Zudem sorge der Anbau von Zwischenfrüchten für Deckung und ein vielfältigeres Futterangebot. Unübersehbar ist auch, dass die Ackerfläche insgesamt deutlich abgenommen habe, wobei entgegen oftmals geäußerter Behauptungen der Grünlandanteil zunahm. Auch der Maisanbau, der in den vergangenen Jahren zugenommen habe, spiele eine Rolle. Der Anbau wurde ausgeweitet um die Energiewende - ein politisches Ziel seit rot grünen Regierungszeiten, erfolgreich zu gestalten.

Erfreulich seien die positiven Entwicklungen bzw. stabilen Trends bei Feldlerche, Goldammer aber auch Rotmilan. Auch die Großtrappe zeige eine positive Bestandsentwicklung, was auf intensive Schutzmaßnahmen zurückzuführen ist. So werden bei den Großtrappen die Gelege eingesammelt, um sie vor Prädatoren zu schützen. Die unter menschlicher Obhut aufgezogen Jungtiere werden später ausgewildert.

Die Landwirtschaft hat ein Interesse daran, die Biodiversität zu erhalten. Neben der Anlage von Blühstreifen bleiben Flächen unbewirtschaftet und ca. 50% des Grünlandes werden extensiv bewirtschaftet. Als Ausgleich für die Ertragsverluste stehen im Falle des Grünlandes auch Ausgleichzahlungen der EU, des Bundes und des Landes zu Verfügung. Der Landesbauernverband würde es begrüßen, wenn es für weitere Maßnahmen wie Blühstreifen ebenfalls finanzielle Unterstützung gäbe.

Insgesamt trage die Landwirtschaft zum Erhalt der Kulturlandschaft und der Biodiversität bei und könnte bei entsprechender Unterstützung auch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Vogelbestände in Angriff nehmen, so der Verband. Die Voraussetzungen dafür sind in Brandenburg gut. So rangiere man im Bundesvergleich bei dem Brachflächenanteil an der Spitze und beim Ranking des Vorkommens sogenannter Indikatorvogelarten lag man ebenfalls über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Darüber hinaus weise Brandenburg einen hohen Anteil an Vogelschutzgebieten auf.

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Ulrich Böhm, ; Tel 0 33 28  -  319 132 oder  - 201