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Überhöhte Standards und Auflagen kosten die Brandenburger Landwirtschaft Millionen

Pressemitteilung

Öffentliche Leistungen der Landwirtschaft werden nur unzureichend honoriert

Die Brandenburger Landwirtschaft hat durch Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen jährliche Mehrkosten von ca. 413 Mio. Euro zu tragen. Dies entspricht knapp 1/5 des Produktionswertes.

„Das ausgesprochen hohe Niveau, das die Brandenburger Landwirte in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz, Produktsicherheit oder Tierwohl erreicht haben, wird derzeit nicht ausreichend honoriert und bedeutet damit einen erheblichen Wettbewerbsnachteil“, so Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes. Überhöhte Anforderungen würden gerade kleine und mittlere Betriebe überfordern und beschleunigten den Strukturwandel,

so Wendorff weiter. Die hiesige Nahrungsmittelerzeugung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Nach Auffassung des Landesbauernverbandes benötigt die Landwirtschaft dringend ein Auflagenentlastungsprogramm und keine weitere ungebremste Verschärfung der Anforderungen. Anderenfalls muss es als Ausgleich eine höhere Förderung geben.

Für einen durchschnittlichen Brandenburger Agrarbetrieb (247 Hektar) addieren sich die Belastungen auf rund 77.000 EUR im Jahr. Von diesem Betrag könnten weit mehr als 2 Arbeitskräfte bezahlt werden.

Die Studie* zeigt auch, dass die Landwirte deutlich mehr an öffentlichen Leistungen erbringen, als sie an öffentlichen Geldern erhalten.

Wer ehrlich sei, müsse sich eigentlich für eine Erhöhung der Förderung und mehr öffentliche Gelder für die Landwirtschaft einsetzen bzw. eine Senkung der Anforderungen in Erwägung ziehen. Stattdessen werde derzeit über weitere Verschärfungen ohne finanziellen Ausgleich gesprochen. Dies sei genau der falsche Ansatz, so der LBV.

Für die deutschen Landwirte ergibt sich bei den festgestellten Kosten von 315 EUR/ha eine Belastung von 5,2 Mrd. Euro. Diese Zahlen ergeben sich aus der Studie „Kosten europäischer Umweltstandards und von zusätzlichen Auflagen in der deutschen Landwirtschaft“. Bereits heute liegen die Kosten für die Erfüllung von Standards in der Milcherzeugung rund 3 mal so hoch wie in Australien und doppelt so hoch wie in Neuseeland.

*Die Studie „Kosten europäischer Umweltstandards und von zusätzlichen Auflagen in der deutschen Landwirtschaft“ wurde im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes durch Prof. Dr. Karl, Ruhr-Universität Bochum und Dr. Steffan Noleppa, Forschungsinstitut HFFA Research GmbH erstellt.       http://www.bauernverband.de/studie-kosten-landwirtschaft

Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Ulrich Böhm, Referent für allgemeine Agrarpolitik; Tel 0 33 28  -  319 132 oder  - 201