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Pressemitteilung

Suche nach Alternativen für Kastenstände läuft

Brandenburgs Bauern wollen Lösungen: Weil die sogenannten Kastenstände in der Schweinehaltung nicht der Weisheit letzter Schluss sind, suchen die Landwirte zwischen Elbe und Oder seit Längerem Alternativen zu dieser Haltungsform.

„Wer jetzt plötzlich fordert, die Kastenstände aufzugeben, ohne selbst einen Vorschlag zu haben, wie das praxistauglich und im Sinne des Tierwohls gehen soll, hat unsere Arbeit der vergangenen Monate wohl leider verschlafen“, sagt Landesbauernpräsident Henrik Wendorff. „Wir Halter gehen mit unseren Tieren verantwortungsvoll um, mit oder ohne Gerichtsurteil.“

Im September 2015 hatte das Oberverwaltungsgericht Magdeburg im sogenannten „Kastenstandsurteil“ entschieden, dass es für die Tiere in dieser Haltungsform jederzeit möglich sein muss, im Liegen ihre Beine zu beiden Seiten ausstrecken zu können. Kastenstände sind vor allem dazu gedacht, Ferkel und Sauen zu schützen.

„Dass wir unseren Tieren geben, was gut für sie ist, sieht man auch daran, dass die Brandenburger Behörden nach Ergehen des Magdeburger Urteils nur elf Betriebe mit teilweise zu kleinen Kastenständen fanden – das entspricht bei etwa 3400 schweinehaltenden Betrieben einem Prozentsatz von nur 0,33 Prozent“, sagt Henrik Wendorff. „Wir Landwirte verbessern uns weiter, arbeiten ja auch aktiv am neuen Tierschutzplan mit, aber neue Haltungsformen brauchen eben auch Zeit. Sie müssen vor allem tiergerecht, praxistauglich und auch finanzierbar sein – sonst geht die Schweinehaltung in Brandenburg weiter zurück.“ Schon jetzt liegt der Selbstversorgungsgrad der Region Berlin-Brandenburg nur noch bei rund einem Drittel. „Und es kann ja nicht das Ziel sein, dass Brandenburg seine Schweine künftig aus anderen Ländern oder Regionen importieren muss – die langen Anfahrtswege dürften wohl nicht im Sinne des Tierwohls sein.“