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EU verschärft Greeningregel zum Leguminosenanbau

Der LBV kritisiert, dass das Europäische Parlament u.a. die geänderten Greeningregeln durchgewunken hat. Eine Mehrheit der Abgeordneten hat zwar für die Ablehnung gestimmt - dies zeigt, dass die Verordnung durchaus sehr umstritten ist - da jedoch eine qualifizierte Mehrheit knapp verfehlt wurde, ist nun eine Entscheidung gegen den heimischen Eiweißpflanzenanbau und für mehr Sojaimporte aus Übersee gesetzt.

Die Erfolge der letzten Jahre beim Schließen der Eiweißlücke werden damit zunichte gemacht. Bislang konnten mit dem Anbau von Leguminosen die Greeningauflagen erfüllt und damit ein Beitrag zur Steigerung der Biodiversität geleistet werden. Durch das nun ausgesprochene Anwendungsverbot von Pflanzenschutzmitteln besteht die große Gefahr, dass der Eiweißpflanzenanbau wieder zurückgeht. Mit dem Abstimmungsergebnis geht wieder ein Stück Vertrauen und Akzeptanz bei den Landwirten verloren – schließlich hatte man sich 2013 auf den Eiweißpflanzenanbau als produktionsintegrierte Greeningmaßnahme ohne Beeinträchtigung des Produktionspotentials der Landwirtschaft verständigt. Eine funktionierende und akzeptierte Maßnahme des Greening wird nun de facto abgeschafft und die Importabhängigkeit bei Eiweißfutter wieder steigen. Aufhalten ließe sich dies nur, wenn gezielt eine Eiweißförderstrategie in Angriff genommen wird und Mittel dafür bereitgestellt werden. Die neue regeln gelten ab 2018.
Zu den Fakten: In Brandenburg wurden 2016 auf insgesamt ca. 106.000 ha Greeningleistungen erbracht, davon 21.500 ha durch den Leguminosenanbau. Insgesamt nahm der Hülsenfruchtanbau seit Einführung des Greenings um 30 % zu und bereicherte damit die Artenvielfalt auf den Feldern und half, die bestehende Eiweißlücke zu schließen.