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Erste Bewertung des LBV zum Entwurf der Brandenburgischen Wolfsverordnung

Das MLUL hat  am 30.05.2017 einen Entwurf über eine „Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für den Wolf zur Tötung von schwerst verletzten Wölfen (Canis lupus) und zur Vergrämung oder Entnahme von Wölfen mit für den Menschen problematischem Verhalten (Brandenburgische Wolfsverordnung – BbgWolfV)“ vorgelegt. Anregungen und Bedenken können in einer Stellungnahme bis zum 30.06.2017 gegenüber dem MLUL abgegeben werden.

Die Bemühungen des Ministeriums, den Umgang mit sog. problematischen Wölfen in Brandenburg zu regeln, werden vom Verband grundsätzlich begrüßt und die Bemühungen unter Berücksichtigung des besonderen Schutzstatus des Wolfes anerkannt.

Kritisch ist jedoch anzumerken, dass der Verordnungsentwurf allein auf den Schutz des Menschen vor sog. Problemwölfen abzielt. Zum Schutz der Tierhaltung in Brandenburg ist die Verordnung u.a. aus folgenden Gründen nicht geeignet:

- Das Vertreiben und Vergrämen von Wölfen, die sich Weidetieren nähern, ist nicht an das Verhalten des Wolfes gebunden, sondern abhängig von der Einhaltung der „Mindeststandards beim Schutz von Weidetierbeständen vor Wolfsübergriffen“ des brandenburgischen Wolfsmanagements durch den Tierhalter. Erforderlich wäre aus unserer Sicht jedoch, das Ergreifen von Maßnahmen ausschließlich am Verhalten des Wolfes festzumachen.

- Darüber hinaus sind Maßnahmen, die zum Vertreiben bzw. Vergrämen des Wolfes ergriffen werden können, an weitere Voraussetzungen gebunden; z.B. dass sich der Wolf einem Tierbestand weniger als 30 Meter nähert und es sich erkennbar nicht um einen Welpen handelt sowie die wiederholte Annäherung. Für das Vorliegen dieser Voraussetzungen kann eine zwingend vorgeschriebene Nachweisführung in der Regel nicht gelingen.

- Der Verordnungsentwurf zielt nur auf Weidetierbestände ab. Regelungen hinsichtlich eines Einzeltieres und zugehöriger Haltungsformen, z.B. Portionsweiden, Stallausläufe etc. fehlen jedoch. Aufgrund der natürlichen Scheu vor dem Menschen und der Intelligenz des Wolfes ist jede Annäherung an die Nutztierhaltung und damit verbundener Einrichtungen als problematisches Verhalten des Wolfes zu bewerten.

-  Bei der Bewertung von problematischem Verhalten eines Wolfes darf nicht nur Bezug auf ein Einzeltier genommen werden. Vielmehr muss das Verhalten des Rudels betrachtet werden, da der Wolf gelerntes Verhalten an das Rudel weitergibt. Es ist davon auszugehen, dass innerhalb eines Wolfsterritoriums feste Rudelstrukturen herrschen und alle vorhandenen Wölfe entsprechend dem Rudel zugehörig sind.

Die Tierhalter in Brandenburg benötigen eine praxistaugliche und unbürokratische Regelung im Umgang mit Problemwölfen, gerade im Bezug auf den Schutz ihrer Weidetiere. Diesbezüglich sehen wir Anpassungsbedarf an die Regelungen der Wolfsverordnung. Nur so kann die Ablehnung für den Wolf in Brandenburg überwunden werden.