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Erste landesweite Wolfswachen in Brandenburg voller Erfolg!

Landbevölkerung, Jäger und Landnutzer setzten Signal der Solidarität mit den Weidetierhaltern!

Die Verbände im Forum Natur werten die gestrige Nacht der Wolfswachen als vollen Erfolg. An neun Standorten im Land verteilt haben sich rund 800 Menschen beteiligt. „Diese gigantische Resonanz zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind die Probleme deutlich zu thematisieren und dabei auf den Dialog mit der Politik und den betroffenen Menschen zu setzen“, so Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes. Dass durch den Wolf nach den Schäfern, zwischenzeitlich auch die Rinderhalter massiv und neuerdings auch immer häufiger die Pferdehalter betroffen seien mache deutlich, dass nunmehr die Solidarität aller Landnutzer gefragt sei. „Besonders freut es uns zu hören, dass Minister Vogelsänger einen Antrag Brandenburgs in der Konferenz der Agrarminister durchsetzen konnte, der nunmehr zu einer zeitnahen Überprüfung des günstigen Erhaltungszustandes der Wolfspopulation führen wird“, verleiht Wendorff der Hoffnung Ausdruck, dass nunmehr Bewegung in diese lange überfällige Debatte zum Schutzstatus des Wolfes kommt.


Auch Marco Hinze, Präsident des brandenburgischen Bauernbundes, zieht ein positives Resümee: „Auch wenn es in dieser Nacht an vielen Orten in Brandenburg erneut Übergriffe von Wölfen auf unsere Nutztiere gegeben hat, so haben wir mit unseren Wolfswachen ein deutliches und unübersehbares Signal gesetzt!“ Nunmehr müsse es darum gehen, dass der brandenburgische Wolfsmanagementplan konsequent überarbeitet wird. Ziel müsse es dabei sein, dass der Zustand beendet wird, in dem die Tierhalter ihre Tiere nicht verteidigen dürfen. Diesbezüglich wertet auch Hinze die Resonanz von Seiten der Politik, so unter anderem durch die Teilnahme von Minister Jörg Vogelsänger, als ein wichtiges Signal in die richtige Richtung.
Für den Präsidenten des brandenburgischen Landesjagdverbandes, Dr. Dirk Wellershoff, haben die nächtlichen Wolfswachen deutlich gezeigt, dass die Bewohner des ländlichen Raums die derzeitige Situation nicht bereit sind länger hinzunehmen. „Die Gesellschaft verlangt zurecht nach artgerecht produzierten Lebensmitteln, ohne Weidetierhaltung ist das aber nicht möglich“, machte der Präsident des Landesjagdverbandes deutlich und betonte, dass die Solidarität der Jäger mit den Weidetierhaltern nicht zur Disposition steht.
 
Nachfolgend erhalten Sie die Statements der Präsidenten einiger Mitgliedsverbände, den Beschluss der AMK, sowie eine Bilderauswahl zu den neun Wolfswachen. Für Fragen stehen in weiterhin gerne zur Verfügung:
o    Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes (038791/80200)
o    Dr. Simon Harnisch, Referent des Bauernverbandes (0175/9329810)
o    Gregor Beyer, Geschäftsführer Forum Natur (0151/22655769)

 
Statements aus den Verbänden:
 
Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes
„In der Situation ständig steigender Übergriffe auf Weidetiere durch den Wolf, von denen nach den Schäfern und den Rinderhaltern nunmehr auch die Pferdehalter betroffen seien, rückt der Berufsstand zusammen. Das zeigt sich in der Zusammenarbeit von Landesbauernverband und Bauernbund, keine Selbstverständlichkeit. Jäger, Fischer, Forstwirte, Dorfbewohner solidarisieren sich mit uns Weidetierhaltern. Wir versammeln uns im ganzen Land zu Wolfswachen: Ein Zeichen, dass wir unsere friedlichen Tiere gegen den Räuber verteidigen wollen. Aber auch ein Zeichen der Ohnmacht, denn mit einem Feuer werden wir unsere Tiere nicht dauerhaft schützen können, genauso wenig wie mit Zäunen, Hunden oder Eseln. Wenn der Wolf sich weiter ungehindert ausbreiten darf, wird die naturnahe und artgerechte Weidetierhaltung untergehen. Und deshalb mahnen unsere Feuer die Landesregierung: Handeln Sie endlich, damit die Weidetierhaltung in Brandenburg eine Zukunft hat!“
 
Marco Hintze; Präsident des Bauernbundes Brandenburg
„In Brandenburg steht die Überarbeitung des Wolfsmanagementplanes an. Hier können Sie unmittelbar handeln. Wir brauchen eine Wolfsverordnung, die eindeutig regelt, was ein Problemwolf ist und wie er entnommen wird. Ist ein Wolf erst ein Problemwolf, wenn er durch die Vorgärten einer Stadt streift, oder ist er auch ein Problemwolf, wenn er unsere Schafe und Kälber tötet? Muss die Untere Naturschutzbehörde erst eine Fachgutachten in Auftrag geben oder darf der Jäger schießen, wenn er ihn am Weidezaun sieht? Auf diese Fragen wollen wir eine Antwort, mit der wir leben können. Wir haben 200 Jahre ohne den Wolf gelebt, und er hat uns nicht gefehlt in dieser Zeit. Wir haben 2000 Jahre mit dem Wolf gelebt, aber es hat niemals – niemals – eine Situation gegeben, in der wir unsere Tiere nicht verteidigen durften. Die Situation heute ist hochgradig absurd. So kann es nicht weitergehen, deshalb appellieren wir an die Politik, unverzüglich zu handeln.“
 
Dr. Dirk Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg
„Was uns heute hier zusammengebracht hat, ist die Solidarität der Jäger mit den Weidetierhaltern, die jedes Jahr trotz Schutzmaßnahmen mehr Rinder, Ziegen und Schafe an den Wolf verlieren und deshalb um ihre materielle Existenz fürchten. Die Gesellschaft verlangt zurecht nach artgerecht produzierten Lebensmitteln. Ohne Weidetierhaltung ist das nicht möglich. Und Weidetierhaltung ist mit einer ständig steigenden Wolfspopulation unvereinbar. Hier muss die Landesregierung endlich handeln. Die Bewohner des ländlichen Raums nehmen die derzeitige Situation nicht länger hin.
Auch wir Jäger sind Betroffene. Wir haben den gesetzlichen Auftrag, für gesunde, artenreiche und der Landeskultur angemessene Wildbestände zu sorgen und müssen tatenlos dabei zusehen, wie der Wolf das Muffelwild in Brandenburg ausrottet. Das kann nicht sein…“
 
Gunther Fritsch, Präsident des Landesanglerverbandes Brandenburg
„Der Landesanglerverband Brandenburg musste in den letzten Jahren schmerzlich erfahren, wohin die Entwicklung führt, wenn in Bestände von streng geschützten Tierarten überhaupt nicht oder nur nach Bewältigung eines immensen bürokratischen Aufwandes eingegriffen werden kann. Die ausufernden Kormoranbestände haben an unseren Gewässern nachhaltige Schäden verursacht. Die Äschenpopulation in den naturnahen Fließgewässern des Landes ist nahezu ausgerottet.
Mit der ungebremsten Verbreitung des Wolfes wird dem eigentlichen Ziel, eine wirkliche Akzeptanz dieser Beutegreifer im ländlichen Raum zu erreichen, massiv entgegengewirkt. Wir erklären uns solidarisch mit der Bevölkerung, die auf dem Land ihren Lebensunterhalt verdient und nun um ihre Tierbestände fürchtet. Für die Erhaltung seiner Art und für seine Akzeptanz ist es für den Wolf von großer Bedeutung, sich in einem Bestandskorridor zu entwickeln, der nach unten und nach oben begrenzt ist.“

Weitere Bilder

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