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Wir Machen Tierwohl

Neu: Informationen rund um die Tierhaltung in Brandenburg in einer Broschüre zusammengefasst zum downloaden auf das Bild klicken

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir machen Tierwohl....

  

 

 

 

 

 

In der Landwirtschaft werden seit Jahrhunderten Nutztiere gehalten, wobei die Haltungsbedingungen sich permanent ändern, so wie sich auch die Landwirtschaft insgesamt verändert. Es arbeiten weniger Menschen in der Landwirtschaft, die Betriebe werden größer, die Technik wird moderner etc. Wer pflügt heute noch mit dem Pferdegespann? Die Landwirtschaft ist eine moderne Branche, mit großen und kleinen Betrieben, die sichere Lebensmittel liefert.

Ziel der flächengebundenen Tierhaltung ist es, die Versorgung mit Milch, Fleisch, Eiern etc. für verschiedene Käuferschichten zu sichern und gleichzeitig die Haltungsbedingungen so zu gestalten, dass sie dem Wohl der Tiere dienen.

 

In beiden Bereichen gab und gibt es große Fortschritte. Weitere Verbesserungen sind möglich, müssen jedoch von der Gesellschaft bezahlt werden, damit sie nachhaltig umgesetzt werden können.

Warum lehnt die Landwirtschaft das Volksbegehren ab?

Jeder Landwirt arbeitet Tag für Tag für das Wohl seiner Tiere. Dabei erfüllt er hohe gesetzliche Standards, die auch durch amtliche Kontrollen, Tierärzte sowie nicht zuletzt durch den kritischen Blick der Öffentlichkeit kontrolliert werden. Viele Landwirte bieten den Tieren mehr Platz, Licht und Komfort als gesetzlich vorgeschrieben. Dies wird in dem Volksbegehren nicht anerkannt. Ignoriert werden zudem zahlreiche Studien die belegen, dass Tierwohl keine Fragen der Bestandsgröße ist, sondern v.a. vom Management abhängig ist.

Wir sind der Meinung: Tierwohl hängt nicht von der Tierzahl ab, sondern gilt für jedes Tier!

Warum sind Ställe in den vergangenen Jahren größer geworden?

Die Entwicklung der Erzeugerpreise ist in den vergangenen 20 Jahren deutlich hinter dem Anstieg der Lebenshaltungskosten zurückgeblieben. Damit auch der Landwirt die steigenden Lebenshaltungskosten bestreiten kann und ein ausreichendes Einkommen erzielt, muss er in der Regel mehr verkaufen, sprich mehr Tiere halten und Futter, Energie etc. effizienter einsetzen. Ist dies nicht der Fall, erreicht er mit seinem Einkommen nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn.

Ein Ausschluss der Förderung größerer Ställe hätte zur Folge, dass sich die Einkommenssituation in der Landwirtschaft verschlechtert und letztlich eine Abwanderung der Tierhaltung in Regionen mit geringeren Standards stattfindet.

Tierhaltung hier in Deutschland ist besser als Tierhaltung in anderen Regionen der Welt, weil hier strenge gesetzliche Standards gelten, Kontrollen stattfinden, kurze Transportwege ermöglicht werden, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region bleiben.

Wir sind der Meinung: Keinem Tier würde es bei einer Abschaffung der Förderung besser gehen, sondern vielen schlechter!

Warum überhaupt Antibiotika in der Tierhaltung?

Der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung (nicht beim Menschen) ist in den vergangenen Jahren bereits deutlich reduziert worden und erfolgt nur auf tierärztlichen Verschreibung. Jeder Tierhalter darf Antibiotika nur bei Krankheiten anwenden und überflüssige Anwendungen vermeiden - allein aus Kostengründen. Eine Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes ist sinnvoll, wenn Krankheiten weiterhin behandelbar sind und Tiere nicht unnötig leiden. Auch ein Antibiotikaverbot beim Menschen wird schließlich nicht erwogen obwohl hier, bezogen auf das Körpergewicht, ungleich häufiger Antibiotika zu Einsatz kommen.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Tierzahl kaum einen Einfluss den Einsatz von Antibiotika hat. Die Formel "viele Tiere = viel Antibiotika/Tier" ist so nicht richtig.

Eine reine Mengenreduktion oder ein Verbot in der Tierhaltung ist nicht zielführend und hätte zur Folge, dass erkrankte Tiere nicht wirksam behandelt werden können. Eine Einzeltierbehandlung (in der Geflügelhaltung) ist derzeit noch nicht in allen Fällen möglich.

Wir sind der Meinung: Den Medikamenteneinsatz (Antibiotika) zu minimieren ist richtig - pauschale Reduzierungsvorgaben bedeuten jedoch, dass kranke Tiere nicht ausreichend behandelt werden könnten und dadurch unnötig leiden!

Warum sollten vorbeugende (nicht-kurative) Behandlungen möglich sein?

Ringelschwänze gehören an das Schwein! Jeder Tierhalter bejaht dies. Leider neigen einzelne Tiere zur Aggressivität und fügen anderen Verletzungen zu. Insbesondere ist das sogenannte Schwanzbeißen bei Schweinen weit verbreitet, unabhängig davon, wie viele Tiere ökologisch oder konventionell gehalten werden. Die Ursachenforschung läuft noch. Man weiß, dass sehr viele Faktoren wie Futter, Rasse, Lichtverhältnisse, Alter etc. einen gewissen Einfluss haben. Um den Tieren Verletzungen und Infektionen zu ersparen, werden auf tierärztliche Anordnung hin sogenannte nicht-kurative Behandlungen vorgenommen. Mit dem Stutzen der Schwanzspitze kann dem Schwanzbeißen wirksam begegnet werden. Ein Verbot der nicht-kurativen Behandlungen würde derzeit zu mehr Leid für die Tiere führen! Die Wissenschaft forscht hier gemeinsam mit den Landwirten und sucht intensiv Lösungen, die nicht-kurative Behandlungen überflüssig machen. Für die Legehennenhaltung gibt es für das Stutzen von Schnabelspitzen bereits Lösungen, so dass hier zukünftig ein Ausstieg 2016 im Rahmen einer Selbstverpflichtung erfolgt.

Wir meinen: Vorbeugende Behandlungen sind noch notwendig, um die Tiere zu schützen und Verletzungen zu vermeiden!

Warum wir die Forderung nach einem Klagerecht der Tierschutzverbände für unnötig halten.

Hiermit wird quasi eine Parallelgenehmigungspraxis eingeführt und alle Tierhaltungen könnten gerichtlich pauschal unter Verdacht gestellt werden, unabhängig vom möglichen Ausgang des Verfahrens. In der Forderung drückt sich der Anspruch der Tierschutzverbände aus: Wir wissen alles besser als alle anderen. Bereits heute gibt es einen Tierschutzbeitrat im Land Brandenburg und der Tierschutz ist grundgesetzlich verankert.

Alle Bauvorhaben sind strengen Genehmigungsverfahren unterworfen. Ställe werden nicht genehmigt, wenn negative Auswirkungen auf Mensch & Umwelt nicht auszuschließen sind. Darüber hinaus haben Bürger und Naturschutzorganisationen bereits heute ein Klagerecht und damit entsprechende Eingriffsmöglichkeiten. Erinnert sei an gestoppte Bauervorhaben, weil dort Hamster vorkommen oder zusätzliche Ausgaben für den Schutz von Pflanzen, Zauneidechsen, Fledermäusen und Käfern.

Letztlich geht es hier wohl um mehr Macht für Tierschutzverbände, auch solcher Extreme wie PETA etc. aber nicht um das Wohl der Tiere!

Fazit

Die Forderungen des Volksbegehrens dienen weder dem Tierwohl noch dem Umweltschutz.

Generell kann die Diskussion zur Tierhaltung nur mit und nicht gegen die Landwirte geführt werden.

Die Tierhalter sind erster Ansprechpartner, wenn es um das Wissen um das Tier und Tierwohl geht.

Wir lehnen das Volksbegehren ab und sehen in dem Dialog zwischen Verbraucher und Tierhalter den richtigen Weg, gemeinsam Veränderungen zu erreichen.

Wenn Sie mehr wissen wollen: Frag doch mal den Landwirt deines Vertrauens, denn: Wir machen Landwirtschaft mit Tierwohl!

Landesbauernverband Brandenburg e.V., Dorfstr. 1, 14513 Teltow,
www.lbv-brandenburg.de Tel.: (03328) 319 -201, Fax -205